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Energieeffizienz: Gut geregelt zum grünen Gebäude

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Technische Umsetzung

Um die höchstmögliche Energieeffizienzklasse für Gebäudeautomationsfunktionen zu erreichen, stehen je nach Größe eines Projektes verschiedene Lösungen, Systeme und Produkte zur Auswahl.

Werden die Bereiche Raum und Primäranlage separat in Betrieb genommen, müssen Schnittstellen zwischen dem Wärme- und Kältebedarf für jeden Raum und dem Zeitschaltprogramm auf der Managementebene klar definiert werden, damit eine nahtlose Datenübergabe aus dem Raum an die Primäranlage erfolgen kann. Wegen der Verbindung der Elektro- und HLK-Gewerke auf Raumebene wird nur ein einziges Bussystem benötigt, womit weniger Kosten für die Verkabelung und Inbetriebnahme anfallen. Zur Übergabe der Daten an ein Primärsystem sammelt ein Controller den Bedarf aus den Räumen und gibt ihn nach Mittelwertbildung an das Primärsystem weiter.

Siemens bietet als Komplettanbieter Lösungen für kleine, mittleren und großen gewerblich genutzte Gebäude, die alle Gewerke miteinander verbinden. Beispiele hierfür sind etwa KNX-fähige Sensoren und Aktoren aus dem »Gamma«-Sortiment. Durch verschiedene Ausführungen und Oberflächengestaltungen passen die Bauteile zu vielen Gestaltungsstilen und Designanforderungen. Infolge des weltweit verbreiteten KNX-Standards können außerdem Produkte unterschiedlicher Hersteller integriert werden.

Die Steuerzentrale »RMB795B« von Siemens schlägt auf der Steuerungsebene die Brücke zwischen den Gewerken, indem sie die Kommunikation zwischen Elektro- und HLK-Technik auf KNX-Basis zulässt. Als Schnittstelle zwischen der Temperaturregelung in den Räumen und der Primärregelung empfängt die Steuerzentrale den Wärme- und Kältebedarf aus den Räumen – abhängig von Tageszeit, Raumbelegung, Außentemperatur oder Wärmequellen wie PCs – und leitet sie an die Regler der Primäranlage weiter. Auf der Primärseite lassen sich herstellerunabhängig KNX-Heizungs-/Kälteregler sowie nicht-busfähige Regler mit einem Wärmebedarfseingang anschließen. Zeitschaltprogramme, die für gewerblich genutzte Gebäude wichtig sind, hat die Steuerzentrale als feste Applikation integriert.

Für das Management dieses Gesamtsystems sowie zur Bedienung der Anlage bietet Siemens mit ­»Synco IC« eine Cloud-basierte Lösung, bei der das Einrichten der Internetverbindung für die Anlage einfach ist. Über den gesicherten Zugang können auch die Daten von Primäranlagen und Raumautomation synchronisiert werden; dies erlaubt den mobilen Zugriff auf die Steuerung mit PCs, Smartphones oder Tablets. Eine Anlagenübersicht zeigt anstehende Alarme auf einen Blick sowie erkannte Einsparpotenziale. Fehlermeldungen werden per E-Mail an den jeweiligen Verantwortlichen versenden, so dass bei einer Störung ein schneller Zugriff gegeben ist. Mit Synco IC können so Wartung und Kontrolle aller Gewerke aus der Ferne erfolgen, dies spart Kunden Zeit und Geld ein.

Fazit

Eine Gebäudeautomation kann wesentlich zur Energieeffizienz von Neu- und Bestandsbauten beitragen. Mit welchen Funktionen und mit welcher Wirkung, beschreibt und regelt die europäische Norm EN 15232 anhand von vier Effizienzklassen. Die höchste Effizienzklasse A erfordert in diesem Zusammenhang eine gewerkeübergreifende und bedarfsgesteuerte Regelung.

Um diese zu realisieren, müssen unterschiedliche Gewerke schon ab der Ausschreibung vernetzt und Schnittstellen klar definiert werden. Siemens bietet mit seinem Sensoren- und Aktoren-Sortiment, Steuerzentralen und weiteren verbindenden Applikationen auf KNX-Basis die Voraussetzung für eine integrierte Planung von Elektro- und HLK-Gewerken und damit für eine höchstmögliche Energieeffizienzklasse in der Gebäudeautomation gemäß EN 15232.

Autor:
Patrick Schönmehl ist Promotor für Standard Controls bei der Siemens-Division Building Technologies in Frankfurt.