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Energieeffizienz: Gut geregelt zum grünen Gebäude

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Integrierte Planung für Elektro und HLK

Grafik: Bedarfsgeführte Regelung Bildquelle: © Siemens AG

KNX übergibt Bedarfsmeldungen an den Regler für die Primäranlage.

Eine solche vernetzte Lösung setzt allerdings eine integrierte Planung von Elektro- und HLK-Technik schon ab der Ausschreibung voraus. Besonders in Deutschland besteht in der tatsächlichen Umsetzung noch Nachholbedarf. Hier werden die Raumautomationssysteme meist in der Sparte Elektrotechnik und die Primäranlagen in der Sparte der Heizungs-, Lüftungs-, Klimatechnik ausgeschrieben. Eine Kommunikation der Gewerke untereinander, die für eine bedarfsgeführte Regelung notwendig ist, wird dabei nicht immer bedacht. Wegen der separaten Ausschreibungen sind auch häufig unterschiedliche Bussysteme im Einsatz, die nur schwierig oder gar nicht miteinander kommunizieren können. Folglich wird die Energieeffizienz in Projekten nicht wahrgenommen und ein großes Potenzial zur Energieeinsparung verschenkt.

Ziel einer integrierten Planung ist es, alle Gewerke so zu planen und miteinander zu vernetzten, dass ein Gebäudeautomationssystem zu allen Elektro- und HLK-Gewerken in Verbindung steht und damit eine gewerkeübergreifende Regelung und Steuerung laut EN 15232 möglich ist. Alle ins Gebäude eingebrachte Produkte und Lösungen müssen mit Bauherren, Architekten, Planungsbüros, aber auch mit Produktlieferanten und Systemintegratoren gemeinschaftlich geplant und die Schnittstellen einheitlich definiert werden.

Produktbild: Steuerzentrale RMB795B von Siemens Bildquelle: © Siemens AG

Die Steuerzentrale RMB795B von Siemens schlägt auf der Steuerungsebene die Brücke zwischen den Gewerken, indem sie die Kommunikation zwischen Elektro- und HLK-Technik auf KNX-Basis zulässt.

Warum dies so wichtig ist, zeigt ein Beispiel: Präsenz- oder Multisensoren können für die Regelung der Heizung eines Raumes, aber auch für die Regelung der Beleuchtung genutzt werden. Bei Multisensoren sind neben der Präsenzmeldung weitere Funktionen wie die Helligkeitsregelung implementiert, die ebenso für eine hohe Energieeffizienzklasse erforderlich sind. Bei einer getrennten Ausschreibung von Elektro- und HLK-Technik werden im Raum zwei Sensoren installiert, die unabhängig voneinander nur die Regelung ihres eigenen Gewerkes beeinflussen. Dadurch fallen bei der Produktbestellung und bei der Inbetriebnahme höhere Kosten an. Es wird deshalb empfohlen, den Raum als ein verknüpftes Gewerk auszuschreiben und nicht in einzelne Gewerke aufzuteilen.

Neben der Verknüpfung von Elektro- und HLK-Gewerken ist bei der integrierten Planung auch das Vernetzen der Räume mit einzelnen Primäranlagen ein wichtiger Aspekt. Wie in der Norm EN 15232 vorgegeben, wird der momentane Bedarf an Wärme, Kühlung und Luft mit Sensoren im Raum festgestellt, zuerst an die jeweilige Unterverteilung und anschließend an Heizungs-, Lüftungs-, oder Kühlanlage weitergegeben. Dadurch wird nur der benötigte Bedarf erzeugt und an die Räume verteilt, was zu einer hohen Einsparung an Primärenergie führt. Mit einer solchen Verbindung können außerdem zentrale Zeitschaltprogramme für alle Gewerke installiert werden, die sich auf die Sollwerte in den Räumen und die Primäranlagen auswirken.