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Stromversorgungen: Ungeerdet versus geerdet

Fortsetzung des Artikels von Teil 4.

Die Vorteile des ungeerdeten Systems (IV)

Messungen in DC-Netzen

RCDs für reine DC-Netze wie Batteriesysteme stehen derzeit nicht zur Verfügung. Möglichkeiten dazu stellen entweder Geräte zur Differenzstromüberwachung (RCM) mit einer DC-Versorgungsspannung oder die Ausführung als IT-System mit Isolationsüberwachung dar. Das „Isometer iso685“ bietet zudem den Vorteil, dass es in DC-Netzen anzeigt, ob der Fehler auf der Plus- oder Minusseite vorliegt.

 

iso685 in Installation, Bender, Stromversorgung, IT-Systeme, ungeerdet Bildquelle: © Bender

Das Isolationsüberwachungsgerät ‘iso865’ in einer Elektroinstallation.

Messungen in gemischten AC-Netzen mit DC-Anteilen

Befinden sich Batteriesysteme, Umrichter, Schaltnetzteile etc. im AC-Netz, sind DC-Fehlerströme möglich. Die weit verbreiteten RCDs vom Typ A für reine AC-Netze sind hier ungeeignet. So können im geerdeten Netz nur RCDs vom Typ B eingesetzt werden oder es muss auf anderem Wege (mittels RCM-Technik) sichergestellt werden, dass bei DC-Strömen oberhalb von 6 mA abgeschaltet wird. Eine sinnvolle Alternative dazu ist, die Anlage als ungeerdetes Netz zu betreiben und mit einem Isolationsüberwachungsgerät zu überwachen.

 

Offline-Monitoring

Da ein Isolationsüberwachungsgerät nach IEC 61557-8 im IT-System aktiv misst, kann es auch allpolig abgeschaltete IT- oder TN-Systeme überwachen. Dies ist zum Beispiel wichtig für Weichenheizungen, Feuerlöschpumpen auf Schiffen und redundante Kühlsysteme in Atomkraftwerken. So lässt sich zum Beispiel auch im Sommer erkennen, ob eine Weichenheizung einen Isolationsfehler aufweist, und kann sie rechtzeitig reparieren. Anderenfalls würde der Fehler erst beim Einschalten im Winter bemerkt – in Form des unmittelbaren Ausfalls der Anlage genau dann, wenn sie gebraucht wird.