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Stromversorgungen: Ungeerdet versus geerdet

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Die Vorteile des ungeerdeten Systems (III)

Verschlechterungen frühzeitig erkennen

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass Verschlechterungen des Isolationsniveaus sofort erkannt werden können. In einem geerdeten System lassen sich Fehlerströme mittels hochentwickelter Differenzstromtechnik (RCM-Technik) im einstelligen mA-Bereich auflösen – aber auch nicht weiter. Dies bedeutet, selbst wenn nur die ohmschen Anteile des Differenzstromes selektiert werden könnten, bei einer Netzspannung von 400 V und einer Auflösung von 10 mA eine Erkennung der Verschlechterung des Isolationsniveaus unterhalb von 40 kΩ. Gegenüber einem geerdeten System, das nicht überwacht wird und irgendwann einfach ungewollt abschaltet, ist dies zwar eine enorme Verbesserung. Aber: Ein Isolationswert von 40 kΩ entspricht beim IT-System bereits dem empfohlenen Hauptansprechwert. Gemessen werden kann im IT-System im Mega-Ohm-Bereich und darüber; gegenüber dem geerdeten System bedeutet dies einen Faktor von mindestens 1000. Ergo lassen sich Isolationsverschlechterungen im ungeerdeten System sehr viel früher messen und beheben.

 

Symmetrische Fehler erkennen

In einem IT-System sind mittels eines aktiv messenden Isolationsüberwachungsgerätes nach IEC 61557-8 symmetrische Fehler erkennbar. Symmetrische Fehler sind Isolationsverschlechterungen gleicher Größenordnung auf allen Außenleitern. Solche Fehler sind nicht selten - beispielsweise verschlechtern sich die Isolationswerte in Photovoltaik-Anlagen häufig gleich auf der Plus- und der Minusseite.