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Stromversorgungen: Das unterschätzte Risiko

Fortsetzung des Artikels von Teil 4.

Netzkurzschlussleistung bleibt erhalten

3_Korrekturbereich für 3-phasige Spannungseinbrüche Bildquelle: © Eisenmann/Ruhstrat

Mess-Ergebnisse aus der Praxis zeigen einen zuverlässigen Schutz gegen kurzzeitige und dauerhafte Spannungseinbrüche. Das Resultat der geregelten Ausgangsspannung bei 'Oliver' weist nur eine Differenz von circa 0,625 % zum Sollwert (bei Last) auf.

Zu den wesentlichen Qualitätsmerkmalen einer Energieversorgung gehört die zur Verfügung stehende Netzkurzschlussleistung. Je höher die Netzkurzschlussleistung in einem zu betrachtenden Netzabschnitt ist, desto einfacher ist es, Sicherungen und Leistungsschalter nach Selektivitätskriterien richtig zu dimensionieren. Motoren laufen in Netzen mit hoher Netzkurzschlussleistung sicherer an. Oberschwingungsströme führen zu einer umso kleineren Spannungsverzerrung, je höher die Netzkurzschlussleistung ist. Der Injektionstransformator von ‚Oliver‘ hat ein Uk von circa 2 %, was im Gegensatz zu einer USV-Anlage nur zu einer geringfügigen Reduktion der Netzkurzschlussleistung führt.

Von besonderer Bedeutung ist die Netzkurzschlussleistung im Fehlerfall. Bei einem Kurzschluss im Kundennetz oder bei einem Fehler in ‚Oliver‘ ist es absolut notwendig, dass die maximal mögliche Netzkurzschlussleistung durch Überbrückung der Leistungselektronik hergestellt wird. Um dies unter allen Umständen zu gewährleisten, hat das System von Eisenmann ein mehrfach redundant aufgebautes Bypass-System aus Thyristor-Schalter (zur schnellen Kurzschlussüberbrückung) und Schütz (verzögerte Kurzschlussbrücke für hohe Lasten).

Autor:
Martin Ortgies ist Technikjournalist aus Hannover.