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Eigensichere Stromkreise umsetzen

12. Mai 2020, 09:04 Uhr   |  Andrea Gillhuber


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Nachweis der Eigensicherheit

Bild 2: Ein Beispiel eines eigensicheren Temperaturmesskreises.
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Bild 2: Ein Beispiel eines eigensicheren Temperaturmesskreises.

Um sicherzustellen, dass die jeweilige Zusammenschaltung keine zündfähigen Funken und heißen Oberflächen erzeugen kann, muss der Anwender oder Anlagenbetreiber den ‚Nachweis der Eigensicherheit‘ durchführen und dokumentieren. Dies ist in der ATEX-Richtlinie RL1999/92/EG und der BetrSichV respektive der neuen GefStoffV festgelegt sowie in den normativen Anforderungen für den elektrischen Explosionsschutz, zum Beispiel der EN/IEC 60079-14, beschrieben. Dem Anwender bietet das Verfahren den Vorteil, dass sich ‚Ex i‘-Feldgeräte und -Trenner herstellerunabhängig gemäß den spezifischen Anforderungen auswählen und kombinieren lassen.  

Bild 2 zeigt einen blau dargestellten eigensicheren Stromkreis, der aus einem zugehörigen Betriebsmittel (Quelle) mit linearer respektive ohmscher Quellenkennlinie, einem eigensicheren Betriebsmittel und den verbindenden Leitungen besteht. Ebenso aufgeführt sind die für den Nachweis der Eigensicherheit benötigten sicherheitstechnischen Parameter sowie die Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit der Stromkreis tatsächlich eigensicher ist. Die Parameter können den EU-Baumusterprüfbescheinigungen und Betriebsanleitungen oder Datenblättern entnommen werden.  

Entsprechend den aktuellen Ausgaben der DIN EN 60079-11 und der Errichternorm DIN EN 60079-14 (VDE 0165-1) ist darüber hinaus zu bewerten, ob die 50-%-Regel angewendet werden muss. Denn die bescheinigten Co- und Lo-Werte der zugehörigen Betriebsmittel dürfen nur in folgenden Fällen voll ausgenutzt werden: 

• bei einfachen eigensicheren Stromkreisen ohne konzentrierte Kapazitäten (= Ci) und ohne konzentrierte Induktivitäten (= Li),

• in einem gemischten eigensicheren Stromkreis mit konzentrierten Kapazitäten und/oder konzentrierten Induktivitäten unter der Bedingung, dass Li < 1 % von Lo oder Ci < 1 % von Co ist.

Ist im gemischten eigensicheren Stromkreis Li ≥ 1 % von Lo und Ci ≥ 1 % von Co, müssen die bescheinigten Co- und Lo-Werte um 50 % reduziert werden. Hier gilt dann: 

Ci + CC < 0,5 Co

Li + LC < 0,5 Lo

Für diesen Fall stehen teilweise – wie bei der Produktlinie MACX MCR-EX – speziell von den Prüfstellen ermittelte Co- und Lo-Wertepaare zur Verfügung, die bis Faktor 1,5 größer sind als die halbierten Werte.

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1. Eigensichere Stromkreise umsetzen
2. Nachweis der Eigensicherheit
3. Beispiel eines eigensicheren Temperaturmesskreises
4. Dimensionierung der Funktionsdaten

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