Funktionale Sicherheit

Sicher abschalten über IO-Link Safety

17. Mai 2018, 9:25 Uhr | Wolfgang Stripf

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Warum IO-Link Safety?

2_Universal FS-Device für alle FSCPs
Bild 2: Universal FS-Device für alle FSCPs: Ein FS-Device beherrscht sowohl den OSSDe-Betrieb an klassischen FS-DE-Modulen als auch die sichere Kommunikation an FS-Mastern.
© Profibus Nutzerorganisation

Bild 2 zeigt die Lösung mit IO-Link Safety. Jeweils ein universelles FS-Device mit IO-Link Safety passt zu allen FSCPs, sofern es mindestens einen FS-Master für dieses FSCPx gibt. Da es in der Regel spezialisierte Hersteller sind, die sich mit IO-Link-Mastern an bestimmten Feldbussen befassen, ist es für diese Spezialisten auch naheliegend, sich der FS-Master-Variante zu widmen. Die FS-Device-Hersteller wiederum können sich ganz auf die Sicherheitsaufgabe ihrer Geräte konzentrieren. Bis sich dieser Markt etabliert hat, wird es eine Weile dauern. Hier hilft jedoch die generelle Migrationsstrategie von IO-Link: Es gibt den Übergang vom sogenannten SIO-Modus (Standard I/O-Schaltsignal) zum IO-Link-Kommunikationsmodus. Das heißt, ein Gerät kann sowohl im Schaltbetrieb an einem klassischen DE-Modul als auch im Kommunikationsbetrieb am neuen IO-Link-Master betrieben werden. Ganz ähnlich ist nun die Migrationsstrategie von IO-Link Safety. Der Schaltbetrieb beschränkt sich allerdings hier nicht nur auf ein Schaltsignal. Sichere Abschalt-Sensoren werden auch OSSD genannt (Output Switching Sensing Device). Dabei handelt es sich um redundante Schaltsignale, die anfangs von Relaisausgängen getrieben wurden und antivalent schalteten, um Kabelfehler aufzudecken. Im Zuge der Umstellung auf elektronische Lösungen kamen die äquivalent schaltenden Signale, weil bei Spannungsausfall kein antivalenter Zustand mehr möglich ist. Für die Aufdeckung von Fehlern dienen nun kurze, versetzte Testpulse, die vom Gerät rückgelesen und ausgewertet werden.

IO-Link Safety hat sich dafür entschieden, die Vielzahl an existierenden Testpulslösungen auf einen im Positionspapier CB24I des ZVEI definierten Typ ‚C‘ und Klasse ‚1‘ einzuschränken, der eine sehr große Zahl von Produkttypen am Markt abdeckt. Durch die maximale Leitungslänge von 20 m bei IO-Link sind die elektrischen Eigenschaften wohldefiniert und erlauben diese Vereinfachung. IO-Link Safety verspricht sich davon einen sehr stabilen Betrieb und eine Vereinfachung für den Anwender durch Wegfall von Filter- und Diskrepanz-Zeiteinstellungen (Versatz der beiden Signale). Die Lösung wird mit OSSDe bezeichnet.

Das zweite OSSDe-Signal ist bei IO-Link Safety auf den Pin 2 des M12-Steckers gelegt. Diese Belegung ist konform zu den Festlegungen der Automatisierungsinitiative der deutschen Automobilindustrie (AIDA).

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  1. Sicher abschalten über IO-Link Safety
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