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Mikroelektronik-Forschungszentrum eröffnet

03. September 2015, 10:22 Uhr   |  Inka Krischke

Mikroelektronik-Forschungszentrum eröffnet
© Fraunhofer IZM

Sie eröffneten am 1. September 2015 das Zentrum 'AdaptSys' (v.l.n.r.): Reimund Neugebauer (Präsident der Fraunhofer Gesellschaft), Dr. Stefan Mengel (BMBF), Cornelia Yzer (Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung) und Prof. Klaus-Dieter Lang (Fraunhofer IZM)

Endprodukte und Mikroelektronik werden eins – so die Zielsetzung des Innovationszentrums 'AdaptSys'. Die Labore des Anfang September eröffneten Forschungszentrums sollen nicht zuletzt Technologie-Entwicklungen für Industrie-4.0-Anwendungen ermöglichen.

Insgesamt rund 40 Millionen Euro haben die Europäische Union, das Land Berlin, das Bundesforschungsministerium sowie die Fraunhofer-Gesellschaft in das Zentrum AdaptSys investiert. 'AdaptSys' steht für "Heterointegrationstechnologien für applikationsadaptierte Multifunktionselektronik". Hier sollen Methoden und Verfahren entwickelt werden, die es ermöglichen, dass beliebige Produkte (zum Beispiel Autositze, Werkzeuge, Küchengeräte oder Textilien) nicht wie bislang gefertigt und Elektronik sowie Sensorik nachträglich montiert werden müssen - stattdessen werden die elektronischen Systeme bereits während des Herstellprozesses integriert und herkömmliche Bestandteile des Endprodukts dabei funktional beteiligt.

Inhaltlich wird sich das Zentrum auf Entwicklungen für die Medizin-, Energie- und Sicherheitstechnik sowie die Sensorik für die Industrieelektronik konzentrieren. Grundsätzlich werden dabei drei technologische Trends ausgebaut:

  • Produkte lassen sich durch die Vereinigung von Prozessor, Speicher und Sensorik extrem miniaturisieren und so mit einem hohen Maß an Funktionalität versehen.
  • Durch alternative Technologien ist es möglich, dass sich Mikroelektronik die Eigenschaften ihrer nichtelektronischen Umgebung aneignet beziehungsweise sie imitiert - zum Beispiel dehn- oder biegbar wird und somit bis zur Unkenntlichkeit mit ihr verschmilzt.
  • Neue Aufbautechniken führen dazu, dass Mikroelektronik auch in extremen Umgebungen einsetzbar ist - beispielsweise bei Temperaturen über 400 °C oder intensiver chemischer Belastung.

Im AdaptSys-Zentrum stehen der Anwender und sein Produkt im Mittelpunkt. Prof. Klaus-Dieter Lang, Leiter des Zentrums und Institutsleiter des Fraunhofer IZM: "Hersteller und Produktentwickler können vorgeben, welche Eigenschaften die Elektronikstrukturen besitzen müssen. Unsere Experten entwickeln daraufhin gemeinsam mit diesen und den Halbleiterunternehmen Technologien, mit denen Elektronik zum Beispiel dehn-, wasch- und bügelbar wird oder bei extremen Temperaturwechseln von zum Teil 400 °C zuverlässig funktioniert oder auf Korngröße schrumpft."

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