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Lichtgitter: Barrierefreie Sicherheit

Dank Reaktionszeiten von maximal 6 ms und dem Fehlen von Totzonen rücken heutige Sicherheits-Lichtgitter noch näher an die Gefahrenzone. Doch was macht diese Geräte aus?

Sicherheits-Lichtgitter, Pilz Bildquelle: © Pilz

Auf Lichtgittern basierende Sicherheitslösungen sind in Produktion sowie Logistik immer dann erste Wahl, wenn prozess- oder fertigungsbedingt kontinuierlich Zu- und Abführungen, Barrierefreiheit oder im Zuge von Mensch-Roboter-Kollaboration der Austausch zwischen Mensch und Maschine erforderlich sind. 

Bei Maschinen und Anlagen sind gemäß Maschinenrichtlinie 2006/42/EG geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, die eine Gefährdung von Menschen ausschließen respektive auf ein verantwortbares Maß reduzieren. Sie müssen dem ermittelten Risikograd und den normativen Vorgaben entsprechen. Im Jahr 2015 stellte die Norm IEC/EN 61496 erstmals eine Verbindung zwischen den Typ-Klassen der berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen (BWS), der Sicherheitsanforderungsstufe (Safety Integrity Level SIL nach IEC 62061) und dem Grad an Zuverlässigkeit her, mit dem eine Steuerung eine Sicherheitsfunktion erfüllen muss (Performance Level PL, nach ISO 13849). Dies führte dazu, dass Lichtgitter vom Typ 2 seit Mai 2015 nur noch in Applikationen bis Performance Level PL c beziehungsweise SIL 1 und SIL CL 1 eingesetzt werden dürfen. Lichtschranken der Typklasse 3 gab es am Markt bis zu dem Zeitpunkt nicht – Anwender sahen sich gezwungen, auf den für Anforderungen nach PL e bestimmten Typ 4 auszuweichen, um den Sicherheitsanforderungen nach PL d gerecht zu werden. In den meisten Fällen deutlich überdimensioniert – bei entsprechend höheren Kosten.

Externe Vorgaben, Rahmenänderungen und die sich daraus ergebenden Folgewirkungen stoßen häufig innovative Prozesse an. Noch vor Inkrafttreten der Normenänderung beschloss das Automatisierungsunternehmen Pilz, diese ‚Typen-Lücke‘ mit einem exakt darauf abgestimmten Lichtgitter Typ 3 zu schließen – dem ‚PSENopt II‘ Sicherheits-Lichtgitter Typ 3, das Totzonen komplett ausschließt und speziell für Anwendungen bis PL d nach EN/IEC 61496-1 konzipiert ist.