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Zustandsüberwachung: Datensammler ICE

Um den Zustand des Schienennetzes regelmäßig kontrollieren zu können, setzt die Deutsche Bahn im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie DB 4.0 auch Regelzüge zur Über­wachung der Infrastruktur ein. Sensoren tasten dabei das Gleisbett millimetergenau ab.

Sensor zur Überprüfung des Schienennetzes, ASC Bildquelle: © ASC

Für die kontinuierliche Zustandsüberwachung sind drei bis vier Züge im Einsatz, darunter ICEs der zweiten Generation und ICs. Der Gedanke dahinter: Wenn Fernzüge Tag für Tag das Streckennetz abfahren, können sie dabei gleichzeitig Daten sammeln. Mit dieser Aufgabe hat die für die Infrastruktur zuständige DB Netz AG konzernintern die DB Systemtechnik beauftragt. Erfasst werden vor allem Fehler in der Längshöhe, die etwa 75 % aller sogenannten Gleislagefehler ausmachen. Die Messfahrten helfen der Deutschen Bahn dabei, Abweichungen in der Gleisgeometrie zu erkennen, bevor es zu kostspieligen Schäden kommt. Sie ergänzen die regelmäßigen Inspektionen mit Gleismesszügen, die in größeren zeitlichen Abständen durchgeführt werden – Hochgeschwindigkeitsstrecken werden üblicherweise alle drei bis vier Monate und Regionalzugstrecken einmal im Jahr untersucht.

„Unser Ziel ist es, mit wenigen Fahrzeugen ein großes Streckennetz zu überwachen“, erläutert Dr. Klaus Ulrich Wolter. Er ist Referent ‚Kontinuierliches Streckenmonitoring‘ bei der DB Systemtechnik in München und hat das Messsystem von Anfang an mit aufgebaut. Wesentliche Komponenten des Systems sind Sensoren, die sich im Drehgestell und im Inneren des Wagenkastens eines Zuges befinden. Hinzu kommen ein Datenerfassungssystem, ein Ortungssystem sowie eine Anlage zur Datenübertragung. Das Ortungssystem speichert kontinuierlich die aktuelle Position des Zuges, um die Messwerte einem konkreten Streckenabschnitt zuordnen zu können. Die Datenübertragungseinheit wiederum sendet die kompletten Daten in Echtzeit an die DB Systemtechnik. Hier werden die Daten einmal wöchentlich ausgewertet und den Anlagenverantwortlichen für den jeweiligen Abschnitt zur Verfügung gestellt. Da die Auswertung weitgehend automatisiert geschieht, lassen sich sogar Daten in den Report aufnehmen, die zum Zeitpunkt seines Versands erst einige Stunden alt sind.