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Vega: Füllstand-Überwachung goes I4.0

Die Prozessindustrie agiert noch eher zurückhaltend in Sachen Industrie 4.0. Ralf Höll, Produktmanager Systemkomponenten und Kommunikation bei Vega, erläutert, wie sich sein Unternehmen beim Thema I4.0 aufstellt.

Ralf Höll Bildquelle: © Vega Grieshaber

Ralf Höll: Die Anbindung an übergeordnete Systeme wie etwa ERP ist bei Vega heute schon umgesetzt.

Vega zeigt hier in Nürnberg, wie sich Füllstandsensoren drahtlos per Bluetooth bedienen lassen – skizzieren Sie bitte den Nutzen?

Höll: Das Anzeige- und Bedienmodul ‚Plicscom‘ sorgt bei unseren ‚plics‘-Sensoren für eine einfache Anzeige, Bedienung und Diagnose von Messwerten direkt am Sensor. Bei weiteren Sensoren ist Bluetooth direkt integriert. Nun ist dies dank der optionalen Bluetooth-Funktion auch drahtlos aus einer Distanz bis 25 m möglich – bei mittlerweile rund 80 Sensoren. So lassen sich schwer erreichbare Sensoren – etwa in hohen Silos, bei schlechten Wetterbedingungen oder im Ex-Bereich – sicher via Laptop, Tablet oder Smartphone durch einen zweiten Datenkanal ansteuern. Dies spart Kosten bei der Inbetriebnahme sowie bei kontinuierlicher Anwendung. Bereits installierte plics-Sensoren lassen sich zudem einfach mit Bluetooth nachrüsten.

Inwiefern ist I4.0 für Vega ein Thema?

Höll: Im Bereich I4.0, bei der Digitalisierung oder dem cyber-physischen System, setzen wir seit mehreren Jahren verschiedenste Akzente: Unsere Sensoren sprechen digital, sind mit digitalen Kommunikations- und Auswertgeräten vernetzt und übertragen die Mess- und Diagnosedaten in die lokalen oder von Vega gehosteten Cloud-Lösungen. Übergeordnete, intelligente Systeme wie etwa das ‚Vega Inventory System‘ können heute schon Sensordaten über die digitalen Schnittstellen verarbeiten.

Welche Herausforderungen sehen Sie für I4.0 in der Prozesssensorik?

Höll: Oberste Priorität hat die Sicherheit der Prozess- und Analysedaten, Systeme dürfen an keiner Stelle angreifbar sein. Da die digitale IP-Kommunikation Standard für I4.0 in der Feldebene ist, sind herstellerunabhängige Standards nötig – bei der Hardware genauso wie bei den Protokollen. Ganz wesentlich für uns ist aber, dass, egal wie komplex eine Technik intern auch sein mag, sie für den Kunden von der Inbetriebnahme über die Analyse bis zur Wartung stets einfach sein muss.

Sind die am Stand gezeigten Produkte I4.0-tauglich?

Höll: Kontinuierlich messende Sensoren mit digitaler sowie der zusätzlichen Möglichkeit drahtloser Kommunikation bilden die Basis für I4.0. Dies betrifft sämtliche IO-Geräte, von drahtgebunden mit Ethernet-Schnittstelle bis zu den drahtlosen Varianten, die Signale und Daten via Mobilfunk weiter verarbeiten. Hier in Nürnberg zeigen wir beispielsweise smarte, standardisierte Bedientools zur Parametrierung und Analyse: zum einen PC-basierend mit Pactware, zum anderen APP-basierend mit Smartphones oder Tablets. Wir setzen zudem auf hochkommunikative Software-Lösungen für die lokale oder gehostete Cloud zur Visualisierung und Überwachung von Füllständen, die die Anbindung an Systeme wie zum Beispiel ERP ermöglichen.