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Endress+Hauser: Radarmessgeräte - Einsatz bis SIL2/3

Endress+Hauser bringt erneut ein 80 GHz Radarmessgerät für die kontinuierliche Füllstandmessung auf den Markt – erstmals mit 80 GHz Arbeitsfrequenz für die Prozessindustrie. Markus Schmid erläutert die Hintergründe.

Endress+Hasuer, Markus Schmid Bildquelle: © Endress+Hauser

Markus Schmid, Abteilungsleiter im Produktmarketing Füllstand: "Bei der vertikalen Integration im Zuge von Industrie 4.0 ist sicherlich vieles wichtig - am Ende entscheidend ist aber die Messtechnik."

Herr Schmid, was bringt die Radar-Füllstandmessung mit 80 GHz?

Schmid: Mit dem neuen Gerät bieten wir nun aufsummiert insgesamt 113 GHz für die kontinuierliche Füllstandmessung nach dem Laufzeitverfahren für die Messung in Flüssigkeiten und Schüttgütern an. So findet der Kunde immer die ideale Frequenz, um seine Messstelle zu betreiben. In erster Linie rundet der ‘Micropilot FMR6x’ also das Radar-Portfolio von Endress+Hauser ab.

Für welche Applikationen ist das Radarmessgerät gedacht?

Schmid: “Das eine” generelle Radar für alle Anwendungen gibt es nicht. Aber: Die 80-GHz-Technologie bietet sich beispielsweise an bei kleinen Prozessanschlüsse ab 3/4“ Zoll, bei Behältern und Silos mit vielen Einbauten – hier ist eine Fokussierung bis zu 3° möglich – und bei Medien mit kleinen DK-Werten, weil bei der 80 GHz-Arbeitsfrequenz eine höhere Dynamik als bei 26 GHz gegeben ist.

Was kennzeichnet das Gerät speziell?

Schmid: Die 80 GHz Arbeitsfrequenz haben wir bereits Anfang dieses Jahres bei unseren Radar-Sensoren für den Tank-Gauging-Bereich ’Micropilot NMR81’ und ‘Micropilot NMR84’ eingesetzt, die hochgenau und für den eichfähigen Verkehr zugelassen sind. Darauf aufsetzend folgt nun das freiabstrahlende Radar für den Prozess zur Messung in Flüssigkeiten und Schüttgütern. Der ‘Micropilot FMR6x’ ist das einzige Prozess-Radar mit 80 GHz, das nach IEC61508 entwickelt wurde und bis zu SIL2/3 einsetzbar ist. Dies bedeutet ein Höchstmaß an Sicherheit für den Betreiber und eine Verkürzung in der Phase der Betriebsbewährung.

Darüber hinaus erweitert das Messgerät unsere Durchfluss- und Füllstand-Zweileiterplattform. So führen wir zum einen die Einheitlichkeit dieser Plattform weiter - zum Beispiel hinsichtlich Gehäuse, Display, SIL-Gerätekonzept und Bedienung -, zum anderen sind dem Anwender bereits bekannte Funktionen integriert wie etwa HistoRom – der “unvergessliche” Datenspeicher.

Was bietet das Gerät in Sachen Diagnose und Bedienerfreundlichkeit?

Schmid: Wir setzen auf Prüfkonzepte mit ‘Heartbeat Technology’: Neben einer permanenten Selbstdiagnose lässt sich der ‘Micropilot FMR6x’ im eingebauten Zustand verifizieren oder auch wiederkehrend prüfen – und zwar auch bei einem Einsatz in SIL/WHG-Anwendungen. Der Anwender erhält abschließend eine Dokumentation. Diese Abläufe werden schrittweise mit dem sogenannten ‘Wizard’ durchgeführt – so kann kein Schritt vergessen werden und die Prüfergebnisse sind stets eindeutig.

Wie passt das Messgerät in Industrie-4.0-Szenarien?

Schmid: Die ‘Heartbeat Technology’ bietet zusätzlich eine spezielle Monitoring-Funktion, insofern als es möglich ist, Sensor- und Prozessdaten zur Trenderkennung zum Beispiel von Schaum oder auch Ansatz permanent zu übertragen.