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Roboter-Anzug

Smartes Exosuit für schnelleres Gehen und Laufen

22. August 2019, 01:00 Uhr   |  Davina Spohn

Smartes Exosuit für schnelleres Gehen und Laufen
© Wyss Institute, Harvard University

Einem amerikanischen Forscherteam ist die Entwicklung eines tragbaren Exosuits gelungen, das den Träger sowohl beim Gehen als auch beim Laufen unterstützt. Es soll unauffällig unter der Kleidung getragen vor allem beim Militär zum Einsatz kommen.

Bislang haben Forscher in wissenschaftlichen und industriellen Labors Roboter-Anzüge meist aus Metallkonstruktionen – sogenannte Exoskelette – entwickelt, die entweder das Gehen oder das Laufen unterstützen. Kein mobil tragbares Gerät war bisher fähig, beides effizient zu tun, so die Wissenschaftler des Harvard Wyss Institute for Biologically .Inspired Engineering und der John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences (SEAS) sowie der University of Nebraska Omaha. Bis jetzt. Sie haben sich der Herausforderung angenommen, die unterschiedlichen biomechanischen Prozesse des Gehens und Laufens in ein Exosuit zu integrieren. Es passt sich den Bewegungsabläufen seines Trägers an, sobald dieser die Gangart wechselt. Sensoren am Oberschenkel und ein spezieller Algorithmus übermitteln der Bewegungsmaschine, ob ihr Träger gemütlich geht oder schon joggt.

Exosuit der Harvard University

Laut den Berechnungen der Forscher kann der Träger des Exosuits beim Gehen 9 % Energie einsparen, beim Laufen 4 %. Das Exosuit ist keine starre Metallkonstruktion wie bisherige Modelle, sondern besteht aus Textilkomponenten, die an Taille, Oberschenkel und Schultern getragen werden und einem mobilen Antriebssystem, das am unteren Rücken befestigt ist. Ein Aktuator wandelt elektrische Signale in mechanische Bewegungen um. Die Batterie ist vor dem Bauch angebracht. Das Gewicht des Exosuits ist mit 5 kg verhältnismäßig leicht. Es erinnern an Klettergurte und lässt seinem Träger besonders viel Bewegungsfreiheit. Die Forscher haben mit ihrer Entwicklung das Militär im Blick. Derartige Bewegungsassistenten sollen etwa muskuläre Verletzungen beziehungsweise Überbelastungen bei Soldaten im Einsatz reduzieren. Die Vision der Forscher ist ein leichter Roboter-Anzug, der unter der Kleidung getragen werden kann – ähnlich einem Neoprenanzug.

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