Mini-Roboter

Schlüsselloch-OPs an der Wirbelsäule

17. August 2009, 14:25 Uhr | Jan Bihn
SpineAssist von Mazor Surgical Technologies
© Bild: Mazor

Insgesamt 50 Patienten haben die Neurochirurgen der Universitätsmedizin Göttingen bereits mit Hilfe eines OP-Roboters von Mazor Surigical Technologies operiert. Jetzt, nach halbjähriger Erprobungsphase soll die OP-Methode in die Routine-Versorgung übergehen.

Mit dem Roboter-gestützten Operationsverfahren können die Göttinger Mediziner Versteifungsoperationen an der Wirbelsäule mit Mini-Schnitten durchführen. Bisher waren solche Behandlungseingriffe kaum durch die Schlüsselloch-Chirurgie machbar. Die Universitätsmedizin Göttingen ist die erste Klinik in Norddeutschland die über einen derartigen Roboter verfügt. Daneben setzen bereits fünf weitere deutsche Kliniken in München, Wiesbaden und Breisach die Technologie ein.

Was macht der OP-Roboter? – „Viele Patienten stellen sich vor, dass ein Arzt am Computer sitzt und aus der Ferne den Roboter lenkt“, sagt Prof. Dr. Veit Rohde, Direktor der Abteilung Neurochirurgie an der Universtätmedizin Göttingen. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Vor der Operation werden zunächst Schichtbilder der Wirbelsäule gemacht, die versteift werden soll. Ein Computer unterstützt dabei, die Daten zu einem dreidimensionalen Modell zu rekonstruieren. An diesen Bildern plant der Operateur die Lage der Stangen und Schrauben. Erst spät kommt der Roboter im Operationssaal zum entscheidenden Einsatz. Er wird an der Operationsstelle über der Wirbelsäule fixiert. Millimetergenau und gemäß der Planung stellt der Roboter Bohrhülsen ein, über die der Neurochirurg Löcher in die Wirbel bohrt. In diese feinen Löcher platziert der Neurochirurg Schrauben und das Längsgestänge, die für eine Versteifung der Wirbelsäule sorgen.

Zur Kontrolle dient ein bewährtes Sichtverfahren: Die Arbeit des Roboters und auch des Neurochirurgen wird während der Operation durch Röntgenkontrolle ständig überwacht.