Schwerpunkte

Zimmer Group

Roboter automatisieren Werkzeugmaschinen

25. Juni 2020, 09:20 Uhr   |  Andrea Gillhuber


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Greifer für optimale Positionierung

In den Werkstückträgern werden acht Bauteile  über werkstückspezifische Aufnahmen bevorratet und sicher positioniert bereitgestellt.
© Zimmer Group / EGS

Werkstückwechsel: Der Roboter entnimmt ein bearbeitetes Teil und legt ein Rohteil in eine der vier Aufnahmen der Spannvorrichtung ein. Um alle ­Positionen zu erreichen, kommt es auf eine schlanke Geometrie von Greifwerkzeug und Roboter sowie eine ausreichende Reichweite und die richtige Position des Roboters an.

Eine ebenfalls wichtige Kernkomponente ist die Greiftechnik. Hier kommen Greif-module der Zimmer Group zur Anwen-dung. So wurde für die Anlage jeweils ein pneumatischer Dreibackengreifer der Serie GD300-C verwendet.
Die Dreibackengreifer bestehen aus einem robusten Gehäuse aus einer hart beschichteten Aluminiumlegierung. Der Antrieb erfolgt über einen doppel-wirkenden Pneumatikzylinder mit Rundkolben. Kennzeichnend ist die Kraftübertragung über ein synchron zwangsgeführtes Keilhakengetriebe; dies ermöglicht hohe Greifkräfte durch optimale Umlenkung der Antriebskraft. Dabei konzentrieren sich die Dreibackengreifer auf das Wesentliche – auf die wirtschaftlichste Art des Greifens, um Produktionskosten zu reduzieren. Die T-Nutenführung der GD300-C-Greifer sorgt für hohe Kräfte- und Momenten-aufnahme. Sie gewährleistet eine hohe Steifigkeit und verbindet dies mit langer Lebensdauer bei einer kompakten Bauweise.

Ein Endeffektor mit speziell konstruierten, werkstück- spezifischen Greiferbacken gewährleistet einen sicheren Halt der Bauteile. Auch unter widrigen Umgebungsbedingungen, im Kühlschmiermittelnebel und ständigen Kontakt mit Spänen verrichten die Grei
© Zimmer Group / EGS

Ein Endeffektor mit speziell konstruierten, werkstückspezifischen Greiferbacken gewährleistet einen sicheren Halt der Bauteile. Auch unter widrigen Umgebungsbedingungen, im Kühlschmiermittelnebel und ständigen Kontakt mit Spänen verrichten die Greifmodule ihren Dienst. Mit der Ausblasdüse können Teile und Vorrichtung in der Maschine von groben Verschmutzungen befreit werden.

Die zweite Seite der Werkstücke wird in einer zweiten Maschine bearbeitet, einer Brother Speedio S700. Auch hier erfolgt die automatische Beladung seitlich durch eine spezielle Belade-Luke. Die Bearbeitung der zweiten Seite ist weitaus weniger umfangreich, dauert daher deutlich kürzer und erfolgt hier einzeln.
Da die erste Maschine für den Anlagen-takt bestimmend ist, müssen aus dieser immer direkt nach Bearbeitungsende die vier bearbeiteten Werkstücke ent-nommen und vier neue Rohteile eingelegt werden. Zur Zwischenablage für die Halbfertigteile dient eine kombinierte Ablage- und Wendestation mit vier Werkstückaufnahmen. Hier legt der Roboter die Bauteile auf und holt sie gewendet zur Beladung der zweiten Maschine wieder ab.
In beiden Maschinen werden die Bauteile nach der Bearbeitung und vor dem Entnehmen mittels einer am Roboterwerkzeug angebrachten Blasdüse weitestgehend vom Kühlschmiermittel befreit.

Schutzeinrichtung am Greifwerkzeug

Gregor Neumann ist Fachpressereferent bei der Zimmer Group.
© Zimmer Group

Gregor Neumann ist Fachpressereferent bei der Zimmer Group.

Nach erfolgter Bearbeitung muss auf jedem Bauteil via Kennzeichnungslaser ein Data-Matrix-Code aufgebracht werden. Als Anlagenhersteller ist EGS Automatisierungstechnik für die Ein-haltung der Lasersicherheit verant-wortlich. Dies wird durch eine entsprechende Schutzeinrichtung am Greifwerkzeug realisiert sowie entsprechender Sensorik, die sicher überwacht, dass der Laser nur arbeiten kann, wenn die Schutzab-schrankung den Kennzeichnungsbereich sicher abdeckt.

Heiko Röhrig ist Leiter Vertrieb und Marketing bei EGS Automatisierungstechnik.
© EGS

Heiko Röhrig ist Leiter Vertrieb und Marketing bei EGS Automatisierungstechnik.

Während der Beschriftung wird das Werkstück vom Roboter sicher in Position gehalten, entstehende Dämpfe werden abgesaugt. Nach erfolgter Kenn-zeichnung legt der Roboter das Fertig-teil zurück in einen Werkstückträger, der im Palettiersystem auf einen Fertigteilstapel abpalettiert wird. Die Werkstückträgerstapel der Roh- und Fertigteile werden an einer Bedienseite der Anlage aufgestellt und entnommen.

Robotersteuerung übernimmt Kommando

Alle Abläufe werden von der Robotersteuerung YRC1000 gesteuert und die gesamte Anlage über das Bedienhandgerät des Roboters bedient. Als Schnittstelle zu den beiden Maschinen dient Profinet. Die Anlagentaktzeit wurde sogar leicht unterschritten, sodass aktuell der Roboter schneller ist als die taktzeitbestimmende erste Maschine.

Seite 2 von 2

1. Roboter automatisieren Werkzeugmaschinen
2. Greifer für optimale Positionierung

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Antriebstechnik für Robotik
BMW ordert über 5000 Roboter
Hochmoderne Fertigung für Batteriesysteme
Mehr Kraft für den Cobot
Exoskelett aus Karbonfaser
Das E-Paper der Juni-Ausgabe 6 ist da
Linearachsen machen Leichtbauroboter beweglich
NC-Programmiersysteme umfangreich erweitert

Verwandte Artikel

Zimmer Group GmbH