Schwerpunkte

Industrierobotik

Programmieren per Drag & Drop

22. März 2019, 02:30 Uhr   |  Martin Naumann


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Unabhängig von Hersteller und Hardware

Einer der großen Vorteile von drag&bot: Die Benutzeroberfläche ist nicht nur einfach zu bedienen, sondern bietet auch eine einheitliche Oberfläche unabhängig vom genutzten Roboter. Die Software drag&bot unterstützt bereits Universal Robot, Kuka, Denso, Fanuc und ABB sowie diverse Greifer, Schraubwerkzeuge, sonstige über I/Os ansteuerbare Werkzeuge und verschiedene Kameras sowie Bildverarbeitungsbibliotheken. Und auch hier geht die Integration weiterer Werkzeuge und Peripheriegeräte kontinuierlich weiter. Der modulare Aufbau der Software erleichtert diese Integrationsprozesse.

Software für komplexe Roboterapplikationen, drag&bot
© drag&bot

Die Software drag&bot liefert fertige Programmbausteine, die sich zu komplexen­Roboterapplikationen zusammenfügen lassen.

Die Software drag&bot besteht aus zwei Teilen: der Cloud-basierten Bedienoberfläche sowie der auf einem Industrie-PC laufenden Ausführungsumgebung, die mit der Robotersteuerung und weiteren Peripheriegeräten kommuniziert und den Applikationsablauf steuert. Die Ausführungsumgebung stellt eine Abstraktionsschicht dar und bildet die Grundlage einer einheitlichen Bedienoberfläche für Roboter unterschiedlicher Hersteller. 

Derzeit kommt drag&bot bereits für diverse Applikationen zum Einsatz – zum Beispiel beim Maschinenbe- und -entladen. Hersteller von Spritzguss-Kunststoffteilen oder Metallteilen etwa stehen immer vor der Aufgabe, Teile in Maschinen einzulegen und auch zu entnehmen. Oft werden hierfür Mitarbeiter eingesetzt, die stundenlang ausschließlich Teile aus Kisten oder Magazinen der Maschine zuführen und nach erfolgter Bearbeitung wieder in die Kisten oder Magazine zurücklegen. Diese Aufgaben sind für Roboter ideal geeignet. Mit drag&bot können Mit-arbeiter der Unternehmen die Roboter selbst instruieren und an teile- und anlagenspezifische Gegebenheiten anpassen. Der Vorteil gegenüber einer zugekauften schlüsselfertigen Komplettlösung ist, dass der Kunde die Roboter bei der Änderung dieses Prozesses oder beim Einlernen anderer Teile einfach selbstständig umprogrammieren kann. Zudem lassen sich im Vergleich mit einer zugekauften Komplettlösung bis zu 50 % der Investitionskosten einsparen, da viele Aufgaben – insbesondere die Programmierung – vom Anwender selbst übernommen werden können. 

Ein weiterer typischer Anwendungsfall für den neuen Software-Ansatz ist die Automatisierung von Qualitätsprüfungen. Viele Produkte, Baugruppen oder Teile sind nach der Fertigung auf unterschiedlichste Art und Weise auf ihre Qualität hin zu überprüfen. Oftmals werden dabei ausgewählte oder alle Teile einzeln in Prüfvorrichtungen eingelegt und wieder entnommen. Häufig ist dieser Vorgang sehr zeit- und kostenintensiv, da Mit-arbeiter Teile einzeln per Hand in die Prüfmaschine legen, die Tür schließen, das Prüfprogramm manuell starten und anschließend die Teile wieder aus der Maschine nehmen müssen. Bisher war eine Automatisierung aufgrund vieler Varianten nicht kosteneffizient möglich. Mit drag&bot ist der Kunde nun in der Lage, für verschiedenste Varianten den Roboter selbst zu instruieren und somit Qualitätsprüfungen flexibel zu automatisieren.

Beispiel Nummer drei: Montage-Arbeiten in der Automobil-industrie, der Automatisierungsbranche Nummer 1 in Deutschland. Bisher werden Industrieroboter dort in der Großserienfertigung eingesetzt und übernehmen über mehrere Jahre hinweg dieselben Aufgaben, ohne dass es Änderungen der Abläufe bedarf. Wegen des Fachkräftemangels gilt es aber insbesondere bei Zulieferern immer mehr auch die Tätigkeiten zu automatisieren, die bisher aufgrund ihrer Flexibilitätsanforderungen manuell durchgeführt wurden – etwa die Montage von Baugruppen. Bei einem Automobilzulieferer wurde dafür eine bisher manuelle Vor-Montagelinie um Roboter ergänzt, die Füge- und Schraubprozesse übernehmen und mittels drag&bot vom Zulieferer selbst in kurzer Zeit an neue Aufgaben angepasst werden können.
 

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1. Programmieren per Drag & Drop
2. Unabhängig von Hersteller und Hardware
3. Auch für MRK-Anwendungen geeignet

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