Automatica 2022

Mechanik trifft auf Digitalisierung

9. Juni 2022, 10:11 Uhr | Andrea Gillhuber
Mechanik trifft auf Digitalisierung
© Messe München

Die Robotikbranche trifft sich auf der Automatica in München und zeigt die aktuellen Trends und Themen rund um die mechanischen Helfer. Mit dabei: Megatrends wie Digitale Transformation, Künstliche Intelligenz, nachhaltige Produktion sowie Mensch und Maschine.

Von 21. bis 24. Juni treffen sich die Robotikhersteller und Unternehmen aus dem Bereich Montage- und Handhabungstechnik sowie Automatisierungsspezialisten auf der Automatica in München. Über 500 Aussteller listet die Leitmesse für intelligente Automation und Robotik (Stand 9. Mai 2022). Neben Branchengrößen wie ABB, Kuka oder Omron sind auch Newcomer wie Franka Emika, Fruitcore Robotics, Robominds oder Wandelbots auf der Messe zu finden. Die Unternehmen werden sich in den östlichen Hallen A4 bis A6 sowie B4 bis B6 präsentieren.

Auch in diesem Jahr bedienen die ausstellenden Unternehmen die Trendthemen ‚Digitale Transformation‘, ‚Künstliche Intelligenz‘ und ‚Mensch und Maschine‘, hinzu kommen wird das Cluster ‚Nachhaltige Produktion‘. Hintergrund ist unter anderem das Ziel der EU, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Dies wird nur mit Veränderungen in der Produktion zu realisieren sein und dabei spielt die Automatisierungstechnik eine entscheidende Rolle.

Nachhaltigkeit in der Robotik und Produktion

In Sachen ‚nachhaltig Produzieren‘ gilt in Deutschland die Automobilindustrie als Vorreiter. So strebt beispielsweise Mercedes bis 2039 vollständige CO2-Neutralität an und erprobt in seiner Pilotfabrik ‚Factory 56‘ in Sindelfingen unterschiedliche Technologien der energiesparenden Produktion. BMW verfolgt ähnliche Ziele. Erreichen möchten die OEMs diese Ziele auch mit intelligenten Automatisierungssystemen, wie sich anhand der Automobilindustrie erläutern lässt. In der Regel wird ein Fahrzeugmodell an einer klassischen Fertigungslinie mit stationärer Fördertechnik gefertigt. Wird das Modell abgekündigt, ist auch die Fertigungslinie an ihrem Lebensende. Die Smart Factory bietet eine effiziente und nachhaltige Alternative: Dort übernehmen Roboter und AGVs (Automated Guided Vehicles) alle Prozessschritte – einschließlich des Transports von einer Station zur nächsten. So lässt sich ein Modellwechsel durch Umprogrammieren realisieren: Das Nachfolgemodell wird mit derselben flexiblen Anlage gefertigt wie sein Vorgänger. Neben den Kosten lassen sich mit diesem Produktionsmodell auch Ressourcen einsparen.

Gleiches gilt für die Roboter selbst: Neben dem Energieverbrauch ist deren Lebensdauer der bestimmende Faktor für die Nachhaltigkeit. Unternehmen wie Stäubli setzen auf eigenentwickelte Antriebstechnik und überholen betagte Exemplare, so dass die Roboter in „ein zweites Leben“ geschickt werden können. Auch Fanuc setzt auf Langlebigkeit: Zum Teil sind die Roboter des japanischen Unternehmens über 20 Jahre im Einsatz; daher hält Fanuc die Ersatzteile jahrzehntelang vor und garantiert lebenslangen Service.

Ein weiterer Punkt ist die Energieeffizienz: Jede Bewegung verbraucht Energie. Je geringer das Gewicht, desto weniger Energie wird benötigt. Viele Unternehmen setzen daher auf Leichtbau und konstruieren Komponenten wie Linearachsen, Roboter, Greifer und Werkzeuge entsprechend.

Robotik und Automation auf Wachstumskurs

Laut der International Federation of Robotics (IFR) gilt Deutschland in Europa als die automatisierteste Volkswirtschaft: Mit insgesamt 230.600 Einheiten hat Deutschland einen Anteil von 38 % am gesamten operativen Industrieroboter-Bestand in Europa. Das entspricht einer Roboterdichte von 371 Einheiten Industrieroboter pro 10.000 Mitarbeiter im Jahr 2020. Und die Nachfrage nach Robotern wird weiter steigen: Der VDMA Fachverband Robotik und Automation, ideeller Träger der Automatica, rechnet für das laufende Jahr mit einem kräftigen Branchenwachstum von 10 %, wie der Verband im Dezember 2021 in einer Pressemitteilung bekannt gab. So rechne man für 2022 mit einem Branchenumsatz von 14,7 Milliarden Euro, also dem Vorkrisenniveau von 2019. 

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