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Astronautenassistent 'CIMON'

Künstliche Intelligenz auf der ISS

07. März 2018, 14:06 Uhr   |  Davina Spohn

Künstliche Intelligenz auf der ISS
© DLR

Mit 'CIMON' – dem weltweit ersten fliegenden und autonom agierenden Astronautenassistenten – schicken Wissenschaftler im Sommer 2018 künstliche Intelligenz auf die internationale Raumstation ISS. Die Details zum Projekt von DLR, Airbus, IBM und LMU.

Der neue „Mitbewohner“ der ISS soll als Technologie-Experiment die Zusammenarbeit von Menschen und intelligenten Maschinen demonstrieren. Sein Name ‚CIMON‘ steht für ‚crew interactive mobile companion‘. Entwicklung und Bau des interaktiven Astronauten-Assistenten wurden vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Auftrag gegeben und von Airbus in Friedrichshafen und Bremen umgesetzt. Als sprachgesteuerte Künstliche Intelligenz dient die Watson-KI-Technologie aus der IBM Cloud. ‚CIMON‘ nutzt die Watson KI für Text-, Sprach- und Bildverarbeitung, für das Auffinden spezifischer Informationen und Erkenntnisse, wie etwa Informationen zum Ablauf von Experimenten sowie die Interpretation von Stimmungen und Gefühlen. Diese Fähigkeiten kann der künstliche Assistenz im Kontext seines jeweiligen Einsatzes individuell trainieren und vertiefen. Die menschlichen Aspekte des Assistenzsystems – etwa sein Gesicht - wurden von Wissenschaftlern des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) mitentwickelt und betreut.

Der fliegende Roboterassistent 'CIMON'

CIMON vor Dr. Christian Karrasch, Till Eisenberg uned Christoph Kössl
Schwebender CIMON
Dr. Christian Karrasch und Till Eisenberg mit CIMON in den Händen

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Seit August 2016 arbeitet das Projektteam von DLR, Airbus, IBM und der LMU an der Realisierung des Roboters. "CIMON ist in dieser Form weltweit einzigartig", fasst Dr. Christian Karrasch, Projektleiter im DLR Raumfahrtmanagement in Bonn, zusammen. "Dieses Experiment soll zeigen, inwieweit es möglich ist, die Astronauten im europäischen Columbus-Modul der ISS bei ihren Arbeiten zu unterstützen und sie vor allem bei Routineaufgaben zu entlasten. Im Idealfall könnten die Astronauten dadurch ihre Zeit noch besser und effektiver nutzen. Wir betreten hier Neuland und bewegen uns mit ‚CIMON‘ an der Schwelle des technologisch Machbaren", so Karrasch weiter.

Schwerelos wird CIMON bereits am 9. März 2018 bei der 31. DLR-Parabelflugkampagne in Bordeaux. Dabei sollen insbesondere Orientierung, Navigation und Lenkung getestet werden, um für den Einsatz auf der ISS - in permanenter Schwerelosigkeit - optimal vorbereitet zu sein. Im Juni 2018 soll ‚CIMON‘ dann an Bord des amerikanischen Space-X-15-Raumtransporters zur ISS reisen. Dort wird er vom deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst in Empfang genommen. Nach einem Funktionstest soll der deutsche Astronaut dreimal mit seinem künstlichen Crew-Kollegen arbeiten - auf der Agenda stehen Versuche mit Kristallen, mit dem Rubik-Zauberwürfel und ein medizinisches Experiment, bei dem ‚CIMON‘ als fliegende Kamera genutzt wird.

Bei seiner Premiere im All verfügt der künstliche Assistenz noch nicht über alle  von seinen Entwicklern angedachten Fähigkeiten: "Mittelfristig wollen wir uns auch Gruppen-Effekten widmen, die sich bei kleinen Teams über lange Zeit hinweg entwickeln und bei Langzeitmissionen zu Mond und Mars auftreten können. Denn die soziale Interaktion zwischen Mensch und Maschine, zwischen Astronaut und mit emotionaler Intelligenz ausgestattetem Flugbegleiter, könnte eine wichtige Rolle für den Erfolg dieser Missionen spielen", verdeutlicht Till Eisenberg, Projektleiter bei Airbus. Zudem interessieren sich die Ingenieure auch für die Verarbeitung großer Datenmengen (Big Data) und ihre systematische Verarbeitung (Data Mining).

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