Servicerobotik

Fraunhofer-IPA entwickelt elektronische Butler

20. Juli 2009, 7:55 Uhr | Günter Herkommer
Fraunhofer-IPA, Tabl-O-bot

Ein aktuelles Projekt des Fraunhofer Institutes für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) könnte künftig so manche Konferenz beleben: Hauptaufgabe des scheibenförmigen, nur 25 cm Durchmesser großen und etwa ein Kilo schweren Tabl-O-bot ist der Transport von Gegenständen - seien es Getränke, Speisen oder Dokumente. Als Einsatzort bevorzugt er große Tische.

Die Bedienung des Tabl-O-bot ist kinderleicht: Um den Roboter verläuft ein beweglicher Sensorgürtel, über den er gesteuert werden kann. Dreht der Bediener den Gürtel, wendet sich Tabl-O-bot automatisch mit. Damit wird der Roboter auf die Zielperson ausgerichtet und mit einem Knopfdruck auf den Weg gebracht. Über das integrierte Bluetooth-Interface ist Tabl-O-bot zudem über ein Handy oder ein Notebook fernsteuerbar.

Um sich sicher auf Tischen bewegen zu können, besitzt Tabl-O-bot eine Vielzahl von Sensoren. Durch die in der Front und Seite angebrachten Ultraschallsensoren erkennt er Hindernisse und umfährt diese. Dabei stellen auch durchsichtige Hindernisse wie Flaschen oder Gläser kein Problem dar. Damit der Tabl-O-bot nicht vom Tisch fällt, sind an seiner Unterseite Infrarotsensoren angebracht, welche die Tischkante erkennen können. So ausgestattet fährt der kleine Tischbutler zielsicher eine Person nach der anderen an, weicht auf dem Weg dorthin Hindernissen aus und stoppt an der Tischkante.

Fraunhofer-IPA, Tabl-O-bot
Hat die Größe eines Tabletts: Der etwa 1 kg schwere Tabl-O-bot.

Weitere Sensorik verbirgt sich unter der Ladefläche: Eine Wägezelle misst, ob der Roboter beladen ist oder nicht. Unter der Ladefläche befindet sich zudem seine Steuerung. Ein Mikrocontroller übernimmt die Auswertung der Sensorsignale, die Berechnung des zu fahrenden Wegs und die Ansteuerung der Motoren. Von diesen besitzt Tabl-O-bot zwei, wodurch er nahezu alle beliebigen Bahnen abfahren oder sich auf der Stelle drehen kann. Die in den Motoren integrierten Rad-Encoder helfen dabei, den Roboter auf seiner Bahn zu halten. Die Energieversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku. Dieser kann über eine Buchse an der Seite des Roboters aufgeladen werden und hält mehrere Stunden.

Trotz der großen Anzahl an Funktionen und Sensoren ist der Roboter preiswert herzustellen. Durch den Einsatz kostengünstiger Komponenten und ausgefeilter Algorithmen soll das künftige Serienprodukt deutlich unter 100 Euro kosten. Neben interessierten Anwendern für eine Pilotinstallation des Roboters sucht das Fraunhofer IPA zudem Partner, die Tabl-O-bot in Serie produzieren.


  1. Fraunhofer-IPA entwickelt elektronische Butler
  2. Essentiell für elektronische Butler und Industrieroboter – die Feinmotorik