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FZI Forschungszentrum Informatik

Forschung für Roboter im Alltag

19. August 2021, 15:30 Uhr   |  Inka Krischke

Forschung für Roboter im Alltag
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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Transferzentrum 'Roboter im Alltag (RimA)' mit 2,25 Mio. Euro.

Service- und Assistenzroboter halten zunehmend Einzug in den Alltag und werden künftig auch im öffentlichen Raum vermehrt Aufgaben übernehmen. Daher fördert das BMBF das Projekt ‚Transferzentrum Roboter im Alltag (RimA)‘ mit 2,25 Mio. Euro.

Mehr und mehr Service- und Assistenzroboter werden in Zukunft den Menschen nicht nur in den eigenen vier Wänden, vor allem bei der Pflege, sondern auch im öffentlichen Raum oder bei schwierigen und gefährlichen Arbeiten unterstützen. Eine zentrale Herausforderung hierbei spielt die Interaktion zwischen Menschen und diesen Robotern im Alltag. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat vor diesem Hintergrund die Förderung von drei Kompetenzzentren mit unterschiedlichen spezifischen Anwendungsdomänen von Assistenzrobotern beschlossen. Das Transferzentrum ‚RimA – Roboter im Alltag‘ soll ein Bindeglied zwischen den Zentren sein und den effizienten, wissenschaftlichen, aber auch technischen Austausch fördern. Die Arbeit des Transferzentrums wird vom Karslruher FZI Forschungszentrum Informatik unter Beteiligung der Freien Universität Berlin, des TÜV Süd sowie der Universität Bonn geleitet. Das übergeordnete Ziel des Transferzentrums ist es, die Partner der Zentren sowie weitere Einrichtungen beim Transfer neuer Robotik-Technologien und Lösungen in den Alltag zu unterstützen.

Der initiale Aufbau einer neuen, offenen Wissenstransferplattform für Service- und Assistenzroboter sowie die entsprechende Community-Bildung sind wichtige Grundsteine für die nachhaltige Weiterentwicklung der Servicerobotik. Der Schlüssel für neue, attraktive Robotik-Anwendungen ist für die Projektpartner die Interaktion mit dem Menschen. Die Robustheit, Leistungsfähigkeit und technische Reife sowie auch gesetzliche Vorgaben und tragfähige Geschäftsmodelle sind jedoch entscheidend für den Transfer aus dem Labor in reale Anwendungen.

FZI-Projektleiter Dr. Arne Rönnau betont: »Die Assistenz- und Servicerobotik hat auch außerhalb der Fabrikhallen ein riesiges Potenzial. Unser Ziel ist es, durch unsere Aktivitäten zum einen aus den drei Kompetenzzentren heraus, aber auch aus und mit der Robotik-Community mehr Service- und Assistenzroboter von der Forschung in die Anwendung zu bringen – und damit in unseren Alltag. Dazu wollen wir nicht nur attraktive, spannende Robotik-Wettbewerbe veranstalten, sondern auch anschaulich die Arbeit aller Partner medial aufbereiten und zeigen, was Servicerobotik aus Deutschland für unseren Alltag leisten kann.«

Das FZI Forschungszentrum Informatik als Konsortialführer sieht einen ersten Schwerpunkt in der erfolgreichen Umsetzung und Etablierung der RimA-Wissensplattform. Das FZI wird so eine nationale Anlaufstelle für zukünftige Anwender, Hersteller und Integratoren, aber auch Forschungseinrichtungen und Universitäten für das Thema ‚Servicerobotik im Alltag‘ etablieren. Die Abstimmung mit den BMBF-Kompetenzzentren und die daraus abgeleitete Entwicklung der Interaktionsformen werden die Basis für den Vergleich verschiedener Robotik-Lösungen bilden. In den zu entwickelnden Benchmarks sollen die Ergebnisse einzelner Partner untereinander objektiv und roboterunabhängig evaluiert werden, um so Potenziale aufzuzeigen und das Gesamtökosystem weiterzuentwickeln.

Jährliche, offene Robotik-Wettbewerbe sind ebenfalls ein wichtiges Anliegen des FZI, die sowohl die Weiterentwicklung der Benchmarks als auch den Mehrwert der Wissenstransferplattform steigern sollen. Der Beitrag der Universität Bonn fokussiert auf Mensch-Roboter-Interaktionen, Wettbewerbe und eine Wissensplattform, der TÜV Süd setzt seinen Schwerpunkt im Vorhaben auf gesetzliche und normative Anforderungen sowie Prüfung und Zertifizierung für Roboter. Die Freie Universität Berlin stellt Nutzungsoptionen, Geschäftsmodelle und IT-Entrepreneurship in den Mittelpunkt ihrer Projektaktivitäten.

RimA wird von Anfang an eng mit den RA3-Kompetenzzentren, die erst 2022 starten, zusammenarbeiten und diese dann drei Jahre lang in den jeweiligen Schwerpunkten beim Transfer unterstützen. Der erste Schritt werden gemeinsame Workshops zu den unterschiedlichen Interaktionsansätzen und Open-Source-Software sein.

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