Robotik

Eindrücke vom RoboCup 2009 in Graz

6. Juli 2009, 15:54 Uhr | Günter Herkommer
RoboCup 2009
© TU Graz / Lunghammer

Vom 29. Juni bis 5. Juli traten im österreichischen Graz internationale Teams im Rahmen der Weltmeisterschaft für Intelligente Roboter gegeneinander an. Die deutschen Teilnehmer räumten dabei mehrere erste Plätze ab. Als Ausrüster beziehungsweise Sponsoren mit von der Partie: Automatisierungstechnik-Anbieter wie Festo oder National Instruments.

Nach Austragungsorten wie Atlanta und Shanghai hatte die TU Graz mit dem RoboCup 2009 erstmals die weltweit größte Robotikveranstaltung nach Österreich in die steirische Landeshauptstadt geholt. Insgesamt hatten sich 407 Teams mit rund 2300 Teilnehmern aus 44 Nationen für die Wettbewerbe qualifiziert, bei denen mehrere hundert Roboter in unterschiedlichen Ligen eine Woche lang versuchten, das Runde ins Eckige zu buxieren: auf zwei Beinen oder auch auf Rädern.

Der beliebte Mannschaftssport verlangte das aktive Agieren in einer realen Umgebung und stellte damit für Roboter eine große Herausforderung dar. Sie mussten Objekte wie etwa den Ball erkennen, sich selbst und andere Spieler lokalisieren, auf Gegenangriffe reagieren, ihren Weg planen, sich fortbewegen und letztendlich einen Ball ins richtige Tor befördern. Dafür hatten die Mannschaften pro Spiel zwei Mal 15 Minuten Zeit.

Für alle Teams galten dabei mit dem Reglement des Fußballweltverbandes FIFA dieselben Regeln wie für die menschlichen Profis - nur Abseits gab es für die intelligenten Roboter nicht. Am Ende standen in mehreren Kategorien deutsche Teams ganz oben auf dem Siegertreppchen: In der „Small Size League", der „Middle Size League", der „Standard Platform League" sowie in allen Klassen der humanoiden Roboter (Eine detaillierte Übersicht der Platzierungen beim RoboCup 2009 finden Sie hier).

Der RoboCup 2009 in Graz

RoboCup 2009, Vorbereitung
© TU Graz / Lunghammer
RoboCup 2009, Programmierung
© TU Graz / Lunghammer
RoboCup 2009, Vorbereitung
© TU Graz / Lunghammer

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Neben den maschinellen Kickern kämpften auch Serviceroboter als „maschinelle Butler" um den Titel. In der Junioren-Liga wurde darüber hinaus der „Dancing Star" des RoboCups gewählt: Die Jugendlichen präsentierten gemeinsam mit ihren Robotern verschiedene Tanz-Choreographien. Auch wenn bei der Veranstaltung somit Spiel und Spaß im Vordergrund standen, so kam auch der „streng wissenschaftliche Aspekt" nicht zu kurz.

Mit dem „RoboCup International Symposium" etwa fanden rund 400 internationale Experten eine Bühne vor, auf der sie ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und Forschungsergebnisse präsentieren konnten. Daneben feierte mit dem „Austrian Robotics Summit" der österreichische Robotik-Gipfel seine Premiere, auf dem die alpenländischen Robotik-Experten einander ihre Institutionen und Forschungsarbeiten zum Thema Robotik vorstellten.

Nicht zuletzt bildete das Thema Rettungsrobotik einen weiteren Schwerpunkt des RoboCup 2009: Einen ganzen Tag zeigten die maschinellen Retter vor dem Messezentrum Graz in verschiedenen Katastrophenszenarien, was sie können.


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