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Die Frage der Akzeptanz

25. März 2020, 08:00 Uhr   |  Günter Herkommer

Die Frage der Akzeptanz
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Die Verbreitung von Servicerobotern im industriellen Umfeld ist derzeit noch überschaubar. Ob sich die hohen prognostizierten Wachstumsraten einstellen, wird maßgeblich von der Akzeptanz seitens der Personen abhängen, die mit diesen ‚Cobots‘ zusammenarbeiten sollen.

Roboter, die mit dem Menschen verstärkt interagieren, sind auf dem Vormarsch, wie aktuelle und prognostizierte Umsatzsteigerungen im zweistelligen Prozentbereich belegen. Technische Entwicklungen verleihen der sogenannten Servicerobotik einen enormen Innovationsschub: Künstliche Intelligenz (KI) sorgt für mehr Autonomie und neue Sensortechnologien erfassen ihre Umwelt intelligenter. Diese und andere Querschnitts-technologien sorgen für wachsende Funktionalität und lassen neue Anwendungsfelder entstehen.
Betrachtet man die Marktprognosen für die Servicero­botik im gesamten professionellen Bereich – inklusive der produzierenden Industrie – wurden die höchsten Umsätze bislang in der Logistik erzielt. Der Umsatz mit fahrerlosen Transportsystemen (FTS) etwa belief sich 2018 weltweit auf etwa 3,2 Mrd. Euro – eine Steigerung von 50 % gegenüber 2017 (Quelle: ‚World Robotics 2019 – Service Robots‘ – IFR). Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren mit ähnlich hohen Steigerungen fortsetzen.

Auch in der Produktion, insbesondere in den Bereichen Montage und Materialbearbeitung, besteht noch ein hohes Automatisierungspotenzial, da der Großteil der dort anfallenden Arbeiten derzeit noch überwiegend manuell durchgeführt wird. Gründe dafür sind die Komplexität der Aufgaben, die eine adaptive Robotersteuerung verlangt, sowie die aktuell noch ungenügende Flexibilität von Industrierobotern. Serviceroboter – speziell Cobots –, bieten diese gerade in den Bereichen an, in denen eine enge Kollaboration zwischen Mensch und Roboter notwendig beziehungsweise gewünscht ist. Konkret wurden der IFR zufolge im Jahr 2018 weltweit 14.000 Cobots verkauft. Für 2020 belaufen sich Schätzungen auf rund 100.000 Stück.
Das weist zwar – wie in der Logistik – auf ein starkes Wachstum hin; in absoluten Zahlen finden sich im Vergleich zur Industrierobotik jedoch noch relativ wenige Serviceroboter im produktiven Einsatz – laut IFR sind nur etwa 3 % der installierten Einheiten. Woran liegt das?

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1. Die Frage der Akzeptanz
2. Kosteneinsparungen und Lösungsansätze
3. Strategien zur Überwindung
4. Szenario Produktion

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