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Die flexible Flotte

Die flexible Flotte
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Ein überaus ambitioniertes Projekt mit mobilen Industrierobotern in Skandinavien findet sich derzeit in den Vola-Werken, Hersteller von Bad- und Küchenarmaturen. Hier arbeitet eine Roboterflotte von Omron Seite an Seite mit menschlichen Kollegen.

Aufgrund erhöhter Marktnachfrage nach einer breiten Palette von Produktvarianten beschloss Vola vor einigen Jahren, das Werk im dänischen Horsens um 5500 m2 zu erweitern. Im Zuge dieser Planungen wurden auch ein neues Hochregallager, eine Montagehalle sowie diverse Einrichtungen für Warenlieferungen ergänzt. Für eines der ehrgeizigsten Projekte mit mobilen Industrierobotern in Nordeuropa bestellte Vola darüber hinaus neun LD-Roboter von Omron. Sie ersetzten die zuvor genutzten Rollenförderer, um eine flexiblere Produktions- und Logistikeinrichtung zu realisieren. Dieses Vorgehen entspricht dem auf Einzelstücke ausgelegten Produktionsprozess des Unternehmens, in dem alle Armaturen auf Bestellung hergestellt werden. 

Robotik individuell anpassbar

Mobile Roboter sind vollautonome intelligente Fahrzeuge, die dabei helfen, den Durchsatz zu erhöhen, Maschinenstillstandzeiten zu reduzieren, Fehler zu eliminieren und die Materialrückverfolgbarkeit zu verbessern. Zugleich ermöglichen sie es den Mitarbeitern, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, die komplexe menschliche Fähigkeiten erfordern. Darüber hinaus navigieren mobile Roboter – im Gegensatz zu herkömmlichen fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) – anhand der räumlichen Gegebenheiten der Anlage und erfordern keine teuren Umbauten.

Die autonomen mobilen Roboter der LD-Serie von Omron gibt es in vier verschiedenen Modellen. Sie bewegen sich mit Geschwindigkeiten von etwa 3 bis 6 km/h und können zwischen 60 und 250 kg heben. Jeder Roboter bietet zudem drahtlose Konnektivität und Sensorik, die ihm helfen, sich in einer dynamischen und sich stetig verändernden Umgebung zu bewegen und zurechtzufinden. Die Roboter werden durch den ‚Enterprise Manager‘ von Omron gesteuert, ein Flottenmanagementsystem, das bis zu 100 Roboter kontrollieren kann und den autonomen Materialtransport optimiert. 

Zudem sind die Roboter der Serie besonders anpassbar, da sie mit Förderbändern, Kuriersystemen und adaptiven Materialtransportmechanismen individuell ausgestattet werden können. Durch Zubehör wie beispielsweise Positionierungssysteme (HAPS), seitliche Laser oder das bildgesteuerte Lokalisierungssystem ‚Acuity‘ lassen sich mobile Flotten anpassen. Diese Technologie bietet eine zusätzliche Lokalisierungsmethode, durch die sich der mobile Roboter in sich häufig ändernde Umgebungen integrieren lässt. Durch die Kombination des LD mit kollaborativen Robotern (Cobots) wird daneben ein neuer Markt für ‚mobile Manipulatoren‘ geschaffen, die sowohl Manipulationsaufgaben als auch den Materialtransport bewältigen.

 

Robotik für aktuelle und künftige Anforderungen

Die mobilen Roboter bei Vola werden über ein innovatives Flottenmanagementsystem gesteuert. Das Projekt wurde im September 2020 mit dem Automatisierungspreis des dänischen Industrieverbandes DIRA (Danish Industrial Robot Association) ausgezeichnet.
Die mobilen Roboter bei Vola werden über ein innovatives Flottenmanagementsystem gesteuert. Das Projekt wurde im September 2020 mit dem Automatisierungspreis des dänischen Industrieverbandes DIRA (Danish Industrial Robot Association) ausgezeichnet.
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Peder Nygaard, Factory Director bei Vola, erläutert: »Rollenförderer sind wirklich effizient, aber ich weiß nicht, wie der Aufbau unserer Produktion in zehn Jahren aussehen wird. Wenn wir mehr Förderbänder in die Produktionslinie einbinden, könnte sich das schnell auf die Flexibilität auswirken, auf die wir so stolz sind. Wir haben uns für die autonomen Roboter von Omron entschieden, weil diese deutlich flexibler sind.«

Bei Vola suche man stets nach Wegen, um Effizienz und Lead-Time weiter zu verbessern. So müssen beispielsweise Boxen sehr schnell von einem Ort zum nächsten transportiert werden. Mobile Roboter unterstützen dieses Ziel, da fest installierte Montage- oder Fließbänder deutlich starrer sind und sich nicht so leicht an neue Gegebenheiten anpassen lassen. 
Im Vola-Werk transportieren die mobilen Roboter die leeren Behälter zunächst zum Montagebereich. Anschließend scannen die Mitarbeiter die Behälter, um zu sehen, was gefertigt werden soll. Daraufhin nehmen die mobilen Roboter die fertige Ware in den Behältern auf und bringen sie ins Lager.
Der Zusammenbau findet manuell statt, während der Transport nun automatisiert abläuft. So können sich die Mitarbeiter mehr auf ihre Aufgaben konzentrieren und müssen zudem nicht länger schwere Materialien heben oder bewegen. 


  1. Die flexible Flotte
  2. Bis zu 100 Roboter nahtlos steuern

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