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B-Human gewinnt erneut Weltmeisterschaft

02. Juli 2021, 08:46 Uhr   |  Inka Krischke

B-Human gewinnt erneut Weltmeisterschaft
© Jannes Knychalla/Universität Bremen

Ein NAO-Roboter des Bremer Teams B-Human.

Zum nunmehr achten Mal gelang es B-Human, dem Team der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Weltmeisterschaft im Roboterfußball für sich zu entscheiden.

Unter dem Titel ‚RoboCup 2021 Worldwide‘ wurde der traditionelle Wettbewerb pandemiebedingt in ungewohnter Form ausgetragen: Vom 22. bis 28. Juni 2021 kamen die Teams ausschließlich virtuell zusammen, um sich miteinander zu messen und verschiedenen Herausforderungen zu stellen. Dabei konnte B-Human - das Team der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) - drei der vier neuen Wettbewerbe in der Standard Platform League gewinnen und so den Titel von 2019 erfolgreich verteidigen.

Erstmals ging es bei einer RoboCup-Weltmeisterschaft nicht um die Anzahl der erzielten Tore. Anstelle eines klassischen Fußballturniers erwarteten die internationalen Teams Austragungsformate, die zwar die ‚echten‘ Wettkämpfe nicht vollständig nachbilden konnten, aber zum Teil neue technische und wissenschaftliche Herausforderungen bereithielten. In der Standard Platform League (SPL) des RoboCup 2021 wurde der reguläre Wettbewerb, in dem normalerweise Teams von jeweils fünf NAO-Robotern gegeneinander antreten, durch vier Einzelwettbewerbe ersetzt.

Die ersten zwei Wettbewerbe - die ‚Passing Challenge‘ und die ‚Obstacle Avoidance Challenge‘ - zielten auf die fußballerischen Fähigkeiten der Roboter und wurden jeweils mit den eigenen NAOs auf dem eigenen Spielfeld ausgetragen. Bei der ‚Passing Challenge‘ hatten zwei Roboter die Aufgabe, sich innerhalb von fünf Minuten einen Ball möglichst oft an Hindernissen vorbei zuzupassen. Mit insgesamt 27 Pässen, die sich die Bremer NAOs zuspielten, erreichte B-Human in diesem Wettbewerb das mit Abstand beste Ergebnis. Ziel der ‚Obstacle Avoidance Challenge‘ war es, mit dem Ball so schnell wie möglich an mehreren Hindernissen vorbei ins Tor zu dribbeln. Auch hier entschied B-Human den Wettbewerb als schnellstes Team für sich.

Die aus wissenschaftlicher Sicht weitaus interessanteren und zugleich herausfordernderen Wettbewerbe warteten mit der ‚Autonomous Calibration Challenge‘ und der ‚1 vs. 1 Challenge‘ auf die Mannschaften. Hierbei übertrugen sie ihre Software über das Internet in die Labore anderer Teams, um sie auf fremden NAOs auszuführen und sich auf fremden Fußballfeldern zu beweisen. Bei der ‚Autonomous Calibration Challenge‘ ging es darum, in möglichst kurzer Zeit die Positionen von zwei Bällen auf dem Feld zu finden und drei vorgegebene Positionen so präzise wie möglich anzulaufen. In einer vorhergehenden ‚Kalibrierphase‘ nimmt die Software dafür automatisch Anpassungen an den zuvor unbekannten Roboter vor. Die Bremer Software stellte sich dieser komplexen Aufgabe in drei unterschiedlichen Laboren – in Dortmund, Amsterdam und Hamburg – und konnte dort jeweils die beste Punktzahl erzielen. Mitunter waren andere Teams etwas schneller, aber B-Human gelang es in fast allen Fällen, die präzisesten Positionen zu bestimmen.

Die ‚1 vs. 1 Challenge‘ war der einzige Wettbewerb, der tatsächlich in Spielen gegeneinander ausgetragen wurde. Da auch hier auf fremden Plätzen und fremden Robotern gespielt wurde, waren die Erkenntnisse und Fähigkeiten aus der ‚Autonomous Calibration Challenge‘ von großem Wert. B-human trat hier gegen das NAO-Team HTWK von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig an. Beide Teams waren ähnlich schnell und zielstrebig, jedoch verfehlte B-Human mehrfach das gegnerische Tor, so dass ein daraus resultierender knapper Rückstand nicht mehr aufgeholt werden konnte.

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