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Materialfluss / Handling: FTS und Roboter - Eckpfeiler moderner Intralogistik

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

FTS + Roboter – eine ideale Kombi

Chassis der Carry-Pick-Fahrzeuge Bildquelle: © Swisslog

Das Chassis der Carry-Pick-Fahrzeuge ist an die Abmessungen der Europaletten angelehnt.

Ein weiteres Beispiel für ein modernes FTS-basiertes Konzept ist das Lager- und Kommissioniersystem CarryPick-System von Swisslog, welches sich ideal auch mit robotergestützten Lösungen kombinieren lässt. 

Das CarryPick-System besteht zum einen aus den eigentlichen Transportfahrzeugen. Diese können  Aufträge jeweils unabhängig voneinander ausführen und dabei Warenträger mit einem Gewicht von bis zu 600 kg anheben. Die zum System passenden Regale dagegen sind variabel und lassen sich je nach Bedarf mit Einlegeböden, Fächern, Schubladen, Wannen oder auch Hängestangen ausstatten. An den jewei­ligen Arbeitsplätzen wiederum unterstützt die Lösung anwendungsspezifische Prozesse per Pick-by-Light und Put-to-Light – und genau hier kommt die Robotik ins Spiel:

Roboter mit 3D-Vision Bildquelle: © Swisslog

Unterstützt von 3D-Vision ermög­licht die Robotik den flexiblen Umgang mit sich ändernden ­Warensortimenten.

Mit dem ItemPiQ hat Swisslog eine Lösung für die wiederholte Stückkommissionierung konzipiert. Deren Herzstück – die Roboterzelle – lässt sich nahtlos in Ware-zur-Person-Systeme wie CarryPick integrieren. Ein Multifunktionsgreifer kann dabei verschieden große Artikel kommissionieren. Das Grundmodell mit seinen vier Fingern ist eine Kombina­tion aus einer plus drei Saugeinheiten. Die drei Finger können außerdem Artikel klemmen, um so durch die Kombination von Saugen und mechanischem Greifen die Kommissionierung eines breiten Sortiments unterschiedlicher Produkte zu ermöglichen. Für die Objekterkennung im Quellbehälter kommt eine Vision-Technologie zum Einsatz, bestehend aus einer 3D-Kamera, die eine Punktwolke erkennt, sowie einer 2D-Kamera, die die Produkttexturen identifiziert. Über einen  Softwarealgorithmus ist das Bildverarbeitungssystem in der Lage, Greifpunkte unbekannter Produkte zu bestimmen. Besonders in Logistik­umgebungen mit Tausenden von Artikeln ist dies ein großer Vorteil, denn es vereinfacht den Einlernprozess neuer Produkte deutlich.

Soviel zum bereits heute Machbaren: Während die Weiterentwicklungsmaßnahmen bei den FTS sich in den vergangenen Jahren vornehmlich auf Themen wie das Sicherheits-Scanning, die Fahrzeugnavigation sowie das Flottenmanagement konzentrierte, werden  in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Swisslog und seiner Konzernmutter Kuka derzeit die nächsten Schritte hin zu künstlich intelligenten FTS-Systemen eingeleitet. Ein  Ziel dabei: Wichtige Entscheidungen sollen von den herkömmlichen Flottenmanagement-und WMS-Lösungen zu den autonomen Transportfahrzeugen selbst weitergegeben werden. In der ‚Smart Logistics Factory‘ von morgen sollen zudem Menschen und Maschinen nicht nur miteinander kommunizieren und kooperieren können, sondern auch in der Lage sein, Wissen zu teilen, voneinander zu lernen und sich autonom auf neue Aufgaben einzustellen. Mit anderen Worten: Die simple Anforderung an FTS-Systeme, Güter von A nach B zu befördern, wird in der von maschinellem Lernen geprägten Welt in Zukunft eher die Ausnahme denn die Regel sein. Vielmehr wird das FTS der Zukunft in der Lage sein, Situationen zu antizipieren und für jede Situation innerhalb kurzer Zeit die jeweils adäquate Entscheidung innerhalb der Lieferkette zu treffen.