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Mensch-Roboter-Kooperation: Mit Cobots dem Fachkräftemangel begegnen

Dem Fachkräftemangel begegnen und gleichzeitig die bestehenden Arbeitsplätze aufwerten – diese Beweggründe sprechen für den Einsatz kollaborativer Roboter in unterschiedlichen Industriezweigen. – Zwei Praxisbeispiele.

kollaborativer Roboter in unterschiedlichen Industriezweigen, Rethink Bildquelle: © Rethink Robotics

Gegründet 1984 als B&D Plastics, betreibt das US-amerikanische Unternehmen Cox Container derzeit mehrere Blasformmaschinen. Diese sind in der 73.000 m2 großen Produktionsstätte 24 Stunden täglich in Betrieb. Um den individuellen Kundenwünschen Rechnung tragen zu können, ist es für den Blasformhersteller essenziell, extrem flexibel zu arbeiten – sowohl in Bezug auf Mitarbeiter als auch im Zusammenhang mit dem Maschineneinsatz. Mit anderen Worten: Es gilt, einen permanenten Wechsel zwischen High-Volume/Low-Mix- und Low-Volume/ High-Mix-Modellen zu beherrschen. 

Sawyer mit Kamerasystem, Rethink Bildquelle: © Rethink Robotics

Sawyer erkennt mit Hilfe des eingebauten Kamerasystems, welches Teil er als erstes bearbeiten muss, und legt dieses entsprechend in die Schleifmaschine.

Wie viele andere produzierende Unternehmen auch, hat Cox Container große Schwierigkeiten damit, qualifizierte Fachkräfte einzustellen und langfristig zu halten. Insbesondere in einer Arbeitszelle, in der zwei Mitarbeiter Flaschen verpacken mussten, kam es oft zu Engpässen: Das Arbeitstempo war zu hoch für einen Mitarbeiter, aber dennoch zu niedrig, um einen zweiten Mitarbeiter in derselben Zelle zu rechtfertigen.
Die ideale Lösung des Problems bestand für Cox Container im Einsatz eines kollaborativen Roboters in der Zelle: Der Cobot – konkret der Sawyer von Rethink Robotics – unterstützt den einzelnen Mitarbeiter seither bei der Verpackung der Flaschen. Werksleiter Gary Fox: „Mit Sawyer haben wir den Personalbedarf in dieser spezifischen Arbeitszelle um 50 % reduziert und konnten dadurch drei Mitarbeiter in anderen Bereichen des Unternehmens einsetzen. Dies ermöglicht ihnen nicht nur eine wertvollere und sinnvollere Arbeit. Die Mitarbeiter bleiben uns dadurch auch länger erhalten.“

ClickSmart-Greifer, Rethink Bildquelle: © Rethink Robotics

Rethink Robotics hat für die Applikation bei Cox Container die ClickSmart-Greifer an die Anwendung angepasst, sodass Sawyer dank verlängertem Greifer mehrere Flaschen gleichzeitig in den Behälter legen kann.

Im Detail nimmt Sawyer in der Produktionsanlage Flaschen von einem Förderband auf und legt sie in einen eigens entworfenen Behälter. Der kollaborierende Roboter ist so trainiert, dass er – sobald der Behälter halb voll ist – zu einem anderen Kommissionsbereich wechselt. Dort wählt er einen Kartonteiler aus, legt ihn in den Behälter und füllt diesen anschließend mit einer zweiten Lage Flaschen auf. Nach der Fertigstellung reicht der Bediener Sawyer einen neuen Behälter zum Verpacken und nimmt schließlich die Endverpackung des Flaschengebindes vor.

 „Sawyer war bei uns innerhalb eines Tages einsatzbereit und wir erwarten einen ROI innerhalb der nächsten sechs bis acht Monate“, so Gary Fox. Im nächsten Jahr will Cox Container weitere kollaborative Roboter in drei anderen Produktionslinien einsetzen.