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Kawasaki Robotics: Industrieroboter manuell fernsteuern

Die Fertigung von vom Standard abweichender Werkstücke ist in der Robotik problematisch – erfordern sie doch in der Regel eine aufwendige Umprogrammierung. Mit einem neuen Ansatz zur intuitiven Fernsteuerung will Kawasaki diesem Problem begegnen – unterstützt von Methoden der KI.

A_Fernsteuern mit KI-Unterstützung Bildquelle: © Kawasaki Robotics

Das Prinzip des Successor ist so einfach wie der Controller einer Spielekonsole: Einfach Platz nehmen, die Pistole in die Hand nehmen und loslegen.

Abweichende Werkstücke oder Einzelbestellungen stellen gerade moderne Lackierstraßen und automatisierte Einheiten vor deutliche Herausforderungen: Entweder müssen die Lackierroboter aufwendig umprogrammiert werden oder es ist ein separater Prozess einzurichten, der dauerhaft eine Handlackierung parallel zum automatisierten Prozess ermöglicht. Einhergehen damit zusätzliche Kosten und erheblicher Platzbedarf. Damit nicht genug: Um einen flexiblen Einsatz der Lackieranlage ohne Stillstandzeiten zu gewährleisten, ist es notwendig, den Roboter kurzfristig für die Lackierung eines neuen Werkstückes einzurichten – was mit gängigen Programmiermethoden jedoch in jedem Fall nicht nur Zeit, sondern auch die nötige technische Expertise erfordert und zusätzliche Kosten verursacht.

Vor diesem Hintergrund hat Kawasaki Robotics mit dem ‚Successor‘ den Prototypen einer manuellen Fernsteuerung für Lackier- und weitere Industrieroboter entwickelt, die moderne Robotertechnologie mit menschlichem Gespür und Flexibilität kombiniert. Das bedeutet: Vor Ort ist kein Roboterexperte sondern lediglich ein handwerklich begabter Mitarbeiter für die Bearbeitung neuer Werkstücke erforderlich. Gleichzeitig entfällt der Programmieraufwand vollständig.

Mit der neuen Fernsteuerung lassen sich vollautomatische und von Menschen ferngesteuerte Prozesse frei kombinieren. Die Bedienung des Fernsteuerungsmoduls ‚Communicator‘ ist dabei vollständig intuitiv: Über das einer Lackierpistole nachempfundene Bedienteil steuert der Benutzer direkt die Bewegungen des Roboters sowie die Düsen der an den Roboter angebrachten Lackierglocke. Mit Blick durch Schutzglas oder Live-Monitor kann er das entsprechende Werkstück schnell und gleichmäßig lackieren – bei einer minimalen Reaktionszeit von vier Millisekunden. Der Successor ermöglicht somit die direkte Echtzeit-Aufnahme von Bewegung, Strecke, Zeit und Geschwindigkeit. Mit dem System lassen sich darüber hinaus komplette Lackierstraßen individuell steuern. Das bedeutet: Eine Fachkraft kann abwechselnd mehrere Roboter über nur einen Communicator bedienen. Und über die TCP/IP-Verbindung zwischen Successor und Roboter sind beliebig viele Roboter über eine einzelne Steuerung kontrollierbar.

Für die Werker bedeutet dieser neue Ansatz: Sie müssen sich nicht in Schutzkleidung in schwierige Arbeitsumgebungen begeben und die Arbeit ist gesundheitlich absolut unbedenklich. Durch die nahtlose Einbindung des Systems in die bestehende Infrastruktur ist nicht zuletzt der Wechsel zwischen vollständig automatischem Betrieb und manuellem Input flexibel innerhalb von Sekunden mit wenigen Schritten möglich.