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Fahrerlose Transportsysteme: Steuern in dynamischen Umgebungen - via Cloud

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Das Potenzial von ‚Cloud Navigation‘

Kai Pfeffer, Fraunhofer IPA Bildquelle: © Fraunhofer IPA

Bild 4. Fraunhofer-Forscher Kai Pfeiffer: "Theoretisch kann ein FTF die Entscheidung für eine alternative Bahn völlig autonom treffen, auch wenn das in der Praxis meist nicht gewünscht ist."

Die Forscher vom Fraunhofer IPA haben deshalb alle FTF und sämtliche stationären Laserscanner, die in der Werkshalle montiert sind, über die Cloud miteinander vernetzt. Gemeinsam tragen sie quasi in Echtzeit alle Daten zusammen, die für Lokalisation, Kartierung, Pfadplanung und -optimierung nötig sind. Die rechenintensiven Navigationsalgorithmen führt bei dieser sogenannten kooperativen Pfadplanung ein zentraler Server aus, der jedem einzelnen FTF seine individuelle Route zuweist. So kann es in einer dynamischen Umgebung spontan jedem Hindernis ausweichen.

Damit ergeben sich Pfeiffer zufolge beträchtliche Einsparungen im Zusammenhang mit der Hardware: „Der Energiebedarf pro Recheneinheit sinkt um 70 % und die Kosten für Sensoren in bestimmten Fällen sogar um bis zu 80 %. Praxistests haben zudem ergeben, dass die ‚Cloud Navigation‘ die Lokalisierungsgenauigkeit um bis zu 75 % steigert. Damit nicht genug: Die kooperative Pfadplanung verkürzt die zurückgelegten Fahrwege um bis zu 20 %, während der reibungslose Verkehr an Kreuzungspunkten eine Zeitersparnis von 25 % bringt. „So werden FTS zugleich leistungsfähiger und wirtschaftlicher“, fasst Pfeiffer zusammen. Dabei ist es durchaus machbar, vorhandene FTS auch jederzeit nachträglich über die Cloud vernetzen zu lassen.