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Sensitive Leichtbaurobotik: Kuka stellt kleinen Bruder des 'LBR iiwa' vor

Vor sechs Jahren brachte Kuka mit dem 'LBR iiwa' seinen ersten kooperierenden Leichtbau-Roboter auf den Markt. Nun hat dieser einen kleinen Bruder bekommen.

Der Leichtbauroboter 'LBR iisy' von Kuka in der Anwendung Bildquelle: © Kuka
LBR iisy von Kuka Bildquelle: © Computer&AUTOMATION

Auf der Hannover Messe 2018 war am Stand von Kuka der ‘LBR iisy’ unter anderem im Zusammenspiel mit einem auf KI-Algorithmen basierenden Kamerasystem des Start-ups und Kuka-Partners Roboception zu sehen.

‘LBR iisy’ heißt der neue sensitive Leichtbauroboter, den Kuka erstmals auf der zurückliegenden Hannover Messe der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Laut seinem “Vater”“ Christian Tarragona, Senior Vice President R&D Product Development bei Kuka Roboter, ist er ebenso wie sein großer Bruder – der ‘LBR iiwa’ – dafür ausgelegt, mit dem Menschen ohne trennende Schutzeinrichtungen zusammen zu arbeiten beziehungsweise dem Werker eintönige oder unergonomische Arbeiten abzunehmen. Ausgelegt als 6-Achs-Kinematik mit einer Reichweite von 600 mm ist der ‘LBR iisy’ in der Lage, eine Last von bis zu 3 kg zu tragen. Zum Vergleich: Der 7-Achser ‘LBR iiwa’ zielt auf eine Traglast zwischen 7 und 14 kg und hat eine Reichweite von bis zu 820 mm. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Zielapplikationen: Während sich ‘LBR iiwa’ ideal für Anwendungen wie etwa das Einlegen von schweren Teilen in Maschinen eigne, ist sein kleiner Bruder eher für das Kleinteile-Handling beispielsweise im Umfeld der Elektronikfertigung gedacht.

Was die Kinematik selbst betrifft, so wurde das  Design des Roboters dem menschlichen Arm nachempfunden. Das bedeutet: “Die tragende Struktur ist eine Skelettstruktur – darum herum befindet sich lediglich eine Kunststoff-Hülle, die wir in einer weiteren Ausbaustufe beispielsweise auch dämpfend machen können”, erläutert Tarragona. Auch in puncto Bedienung beziehungsweise Programmierung hat Kuka seinen neuen Cobot nochmal deutlich überarbeitet mit Ziel einer noch einfacheren Anwendbarkeit auch durch Nicht-Robotik-Experten. Für den Betrieb des ‘LBR iisy’ braucht es beispielsweise kein standardmäßiges Industriebediengerät, stattdessen reicht dafür ein Consumer-Tablet.

Der ‘LBR iisy’ ist sicher auch eine Reaktion von Kuka auf den zunehmenden preislichen Wettbewerb bei den Leichtbaurobotern im Bereich 3 bis 5 kg Traglast. Immer mehr Anbieter bringen in jüngster Zeit Modelle auf den Markt, die bereits ab Preisen von etwa 15.000 Euro zu haben sind. Mit dem ‘LBR iiwa’ lag Kuka hier in der Vergangenheit deutlich darüber. Einen genauen Preis für den ‘LBR iisy’ will Kuka-Chef Dr. Till Reuter aber auf Nachfrage von Computer&AUTOMATION nicht nennen. Nur so viel: „Preislich können wir mit den anderen Anbietern genau mithalten, dafür bekommen die Anwender bei uns zusätzlich noch mehr Service!“ Reuter zufolge reiche es nämlich nicht, einen Roboterarm allein anzubieten, wie viele Hersteller es täten. Stattdessen müsse man dem Kunden gerade in Zeiten von Industrie 4.0 eine Komplettlösung bieten und den Roboter zudem in die digitale Welt einbetten. Zum Produktlaunch wird es den ‘LBR iisy’ dementsprechend auch über den Kuka Markeplace als ‘out of the box’-Lösung mit diversen Konfigurationsmöglichkeiten geben sowie mit der Option, über das Partnernetzwerk der Augsburger unterschiedlichste Zusatzkomponenten mit zu integrieren – zum Beispiel sichere Greifer von Schunk.