Sie sind hier: HomeFeldebeneRobotik

Werker-Unterstützung: Was Exoskelette leisten können

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Warum sind Exoskelette nötig?

Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sind Muskel- und Skeletterkrankungen – kurz MSE – für 23 % aller Arbeitsun-fähigkeitstage in Deutschland verantwortlich und führen jährlich zu geschätzten 10 Mrd. Euro Produktionsausfall sowie 17 Mrd. Euro Ausfall an Bruttowertschöpfung. 

Ursachen für MSE sind vor allem körperliche Fehlbelastungen beim Heben und Tragen im Beruf, aus denen Schäden an Muskulatur und Bändern sowie an Knochen und Knorpel resultieren.

Die Zahlen des European Working Conditions Survey (EWCS) aus dem Jahr 2015 sind ähnlich alarmierend: Demnach bewegen 32 % der europäischen Arbeiterinnen und Arbeiter schwere Gegenstände in über 25 % ihrer Arbeitszeit. Weiterhin sind 42 % von ihnen in ebenfalls über 25 % ihrer Arbeitszeit schmerzenden oder ermüdenden Positionen ausgesetzt. In Summe klagten im EWCS 43 % der Befragten über Rückenschmerzen – das entspricht hochgerechnet 110 Mio. der 259 Mio. europäischen Erwerbstätigen. 

Noch dramatischer erscheint die Zahl vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung und dem schon jetzt spürbaren Fachkräftemangel in der Produktion. Zwar könnten in vielen Fällen Hilfsmittel wie Stapler oder Kräne die Lage der Werker verbessern. Doch oftmals erweisen sich diese statischen Hilfsmittel in der Praxis als zu unflexibel oder die Anschaffungskosten sind verhältnismäßig hoch. 

Auch ist unsere Arbeitsgesellschaft weit davon entfernt, sämtliche Arbeiten von Roboter-Heeren erledigen zu lassen. Eine wichtige Erkenntnis der jüngeren Zeit ist, dass nicht jede Art von menschlicher Arbeit ökonomisch sinnvoll durch Vollautomatisierung beziehungsweise durch Robotik-Systeme ersetzbar ist. Exoskelette könnten hier Abhilfe schaffen – sei es beim Heben schwerer Lasten im Logistik-Bereich, in der Pflege oder in der Produktionstraße.