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Werker-Unterstützung: Was Exoskelette leisten können

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Die Details hinter Cray X

Seit 2016 wurde das Konzept schließlich zum industriellen Serienmodell weiterentwickelt und unter Einbeziehung von arbeitsergonomen speziell für die manuelle Handhabe von Gütern und Werkzeugen bis zu einem Gewicht von 15 kg ausgelegt. Im Vergleich zu Hebekränen, die üblicherweise in der Produktion für derlei Arbeiten eingesetzt werden, kann das Exoskelett mobil und dadurch flexibler und letztendlich effektiver eingesetzt werden.

Angetrieben wird das Exoskelett von zwei hochintegrierten BLDC-Motoren für Mikrocontroller-gesteuerte Echtzeit-Regelung unter Nutzung von Momentensensorik, Gyroskopen und EMG-Signalen, die die Hebetätigkeiten seines Trägers mit jeweils etwa 20 Nm unterstützen. Um die Forschung von intelligenten Mensch-Maschinen- und KI-Systemen voranzutreiben, wird derzeit an der Entwicklung einer Software-Plattform gearbeitet, die auf Open-Source-Technologie und offenen Standards basiert. Hierüber sollen gewonnene Sensorik-Daten zum Zweck der Weiterentwicklung des Cray X und anderer aktiver Systeme zu Analyse- und Forschungszwecken anonymisiert und frei verfügbar gemacht werden. Ein weiteres Novum: die Software soll zukünftig per Cloud-Plattform ‚over-the-air‘ aktualisierbar sein, was die Wartung der Systeme erleichtert und dafür sorgt, dass Software-Updates in Echtzeit auf die Systeme übertragbar sind. Die Kosten für ein solches Exoskelett liegen bei knapp 40.000 Euro.

Autoren:
Eric Eitel ist Leiter Unternehmenskommunikation der German Bionic Systems;
Peter Heiligensetzer ist Geschäftsführer von German Bionic Systems.