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Robotik: Eindrücke von der iREX 2017 in Tokio

Anfang Dezember 2017 fand in Tokio zum 22. Mal die internationale Robot Exhibition (iREX) statt. Gemeinsam mit der zeitgleich stattfindenden System Control Fair gilt diese alle zwei Jahre durchgeführte Veranstaltung als die größte Roboter- und Automationsshow in Asien.

Georg Stieler auf der IREX 2017 in Japan Bildquelle: © Stieler Technologie- und Marketing-Beratung

Die Stimmung auf der iREX 2017 war hervorragend, was nicht verwundert: Nach Angaben der Japan Robotics Association (JARA) lagen die Bestellungen in den ersten drei Quartalen 2017 um  20 % über denen des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes. Seit nunmehr 17 Quartalen steigen die Verkaufszahlen durchgehend und haben zuletzt ein neues Allzeithoch erreicht. Somit geht die JARA davon aus, dass die Jahresproduktion 2017 die alte Höchstmarke von 800 Mrd. Yen – das sind umgerechnet 6 Mrd. Euro – knacken wird.

1_Teleoperation auf der IREX 2017 in Japan Bildquelle: © Stieler Technologie- und Marketing-Beratung

Das Thema Teleoperation war auf der iREX vielerorts zu sehen – etwa am Stand von ­Kawasaki, wo die Besucher ­eigenhändig einen Farbsprüh-Roboter steuern konnten.

Auch wenn – wie nicht anders zu erwarten – heimische Hersteller wie Fanuc, Yaskawa, Kawasaki oder Denso die Messe ­dominierten, so zeigten in Tokio auch ‚ausländische‘ Hersteller wie Kuka und ABB jeweils eine starke Präsenz; letzterer sorgte  unter anderem mit der Ankündigung einer Kooperation mit Kawasaki auf dem Gebiet der kollaborativen Robotik für Gesprächsstoff. Ein klarer Trend, der sich in Tokio bei allen Anbietern gleichermaßen abzeichnete: Industrieroboter werden zunehmend ‚smarter‘, einfacher zu bedienen und mehr und mehr vernetzt.

Die einfachste und auch beliebteste Version, wie sich Robotern Bewegungsabläufe ohne Programmierkenntnisse beibringen lassen, ist die sogenannte ‚lead through programming‘ – eine Vorführung der Bewegung durch den Bediener per Hand mit anschließender, selbstständiger Wiederholung durch den Roboter. Obwohl dieses Konzept schon seit über 30 Jahren existiert, rückt es erst jetzt so richtig in den Fokus der Hersteller. Grund hierfür ist: Endkunden insbesondere aus der ‚General Industry‘ erkennen zunehmend neue Einsatzmöglichkeiten für Roboter in ihren Fertigungsabläufen – speziell für Produkte mit geringen Volumina, was letztlich eine hohe Flexibilität in puncto Programmierung erfordert. Insbesondere die immer zahlreicher auf den Markt kommenden kollaborierenden Roboter sind hierfür ideal geeignet.

Was letztere betrifft, zeigte etwa ABB in Tokio neben einer einarmigen Version des YuMi eine Vorschau auf einen größeren Cobot mit dem Modellnamen IRB14100. Dieser basiert im Wesentlichen auf dem Roberta-Roboter von Gomtec – der Firma, die ABB 2015 erworben hat, um das Produktportfolio im Bereich Cobots nach oben hin zu erweitern. Ebenfalls offizielle Premiere in Tokio hatte der ‚Melfa Cobot‘, mit dem nun auch Mitsubishi in das Thema Mensch-Roboter-Kollaboration einsteigt.