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Verpackungstechnik: Delta-Roboter stellt 'Paprika-Ampeln' zusammen

Wer kennt sie nicht aus dem Supermarkt – die Gebinde aus je einer roten, gelben und grünen Paprika. Deren Verpackung war bisher mühevolle Handarbeit. Bei einem niederländischen Gemüselieferanten erledigt dies seit Kurzem ein Delta-Roboter mit Unterstützung eines Vision-System.

Roboter an der Ampel, Omron Bildquelle: © Omron

Das Handelsunternehmen Combilo in Waddinxveen ist spezialisiert auf Import, Export, Verpackung, Lagerung, Transport und Vertrieb von Obst und frischem Gemüse. Ein großer Anteil davon –  speziell Treibhausgemüse und Hartobst – wird von dem Unternehmen vor der Auslieferung an den Einzelhandel verpackt.

Insbesondere die Zusammenstellung von sogenannten ‚Paprika-Ampeln‘, die jeweils eine rote, gelbe und grüne Paprika enthalten, ist ein besonders arbeitsintensiver Vorgang. Insofern wurden laut Produktionsleiter Marcel Villerius, der in dieser Funktion auch für die Verpackungsabteilung von Combilo verantwortlich ist, in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Anlagenleistung zu optimieren: „Wir suchen ständig neue Wege zur Verbesserung unserer Effizienz und versuchen, unsere Betriebsabläufe so weit wie möglich zu automatisieren.“ 

Die Halle beherbergt insgesamt fünf Verpackungslinien, die pro Jahr mehrere Millionen Verpackungen herstellen. Villerius erläutert den Ablauf: „Eine herkömmliche Verpackungslinie wird von sieben Mitarbeitern bedient. Eine Person befüllt die Körbe mit ­Paprikas in der jeweiligen Farbe. Drei Mitarbeiter platzieren die Paprikas von Hand in der richtigen Anordnung und Farbreihenfolge auf dem Förderband. Anschließend durchlaufen die Paprikas in Dreiergruppen eine Schlauchbeutelmaschine, in der sie in Folie verpackt werden. Ein weiterer Bediener steht neben der Verpackungsmaschine, um die Zuführung zur Maschine zu kontrollieren und eventuelle Fehler zu beheben. Nachdem die Paprikas verpackt wurden, wird auf einer Kontrollwaage das Gewicht der Ver­packungen geprüft. Ist das Gewicht zu gering, wird die Verpackung aus­gesondert.“

Richtige Platzierung auf dem Förderband, Omron Bildquelle: © Omron

Ein Roboter platziert die Paprikas in der richtigen Anordnung und Farbreihenfolge auf einem Förderband.

Genau hier liegt Villerius zufolge oft das Problem: „Werden die Früchte von Hand aufgenommen, erhalten wir vielfach Verpackungen, die zu schwer sind und zu viel Ware enthalten oder zu leicht sind und aussortiert werden müssen. Aussortierte Verpackungen müssen wiederum manuell entpackt und die Paprikas erneut zurück zum Anfangspunkt der Verpackungslinie transportiert werden. Dies ist ein zeitaufwendiger Vorgang, und die zusätzliche Handhabung der Paprikas ist für deren Qualität abträglich. Am Ende der Linie sind schließlich  zwei weitere Mitarbeiter dafür zuständig, die Paprika-Ampeln in Kartons zu legen und diese wiederum auf Paletten zu stapeln.“

Um das Verpacken der Paprika-Dreierpacks effizienter zu gestalten, entschied sich Combilo im Jahr 2015 für die Anschaffung einer robotergestützten Linie, die von EasyPack Technologies entwickelt wurde. Diese führt grundsätzlich dieselben Schritte aus wie eine herkömmliche Linie. Das heißt: Ein Mitarbeiter befüllt nach wie vor die Körbe mit Paprikas in der jeweiligen Farbe. Im Anschluss daran übernehmen allerdings drei Roboter die Rolle der Mitarbeiter, die in der Vergangenheit die Früchte auf dem Förderband platzierten. Will heißen: Die Roboter ­nehmen die Paprikas auf und legen sie in der richtigen Anordnung und ­Farbreihenfolge auf dem Förderband ab. Anschließend durchlaufen sie die Schlauchbeutelmaschine. Nach der Verpackungsmaschine bleibt das Prozedere dasselbe.