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Handling: Hubtische hochpräzise verfahren

Um Karosseriebauteile für die Bearbeitung in Roboterschweißstraßen exakt zu positionieren, sind hochgenaue Positioniersysteme – etwa in Form von Hubtischen – nötig. Getriebe und ­Präzisionsgelenkwellen kommt hier eine ‚tragende‘ Rolle zu, damit der Roboter nicht ins Leere greift.

Exakte Bearbeitung von Karosseriebauteilen Bildquelle: © Leantechnik

Bevor in der Automobilindustrie komplette Fahrzeuge vom Band laufen, sind Hunderte von Arbeitsschritten erforderlich, Tausende von Schweißpunkten müssen gesetzt werden. Bis zu 700 verschiedene Blechteile sind beispielweise miteinander zu verbinden, bevor eine Fahrzeugkarosserie fertiggestellt ist. Der Unterboden oder der Vorderbau werden dabei zunächst als Module zusammengefügt. Industrieroboter erledigen diese Arbeit hocheffizient in eigenen Fertigungszellen: Sie be- und entladen Bauteilbehälter, die die Blechteile aus dem Presswerk enthalten und fügen und schweißen die Teile schließlich zusammen.

So flexibel ein Roboter dabei auch arbeitet – damit sein Griff bei der Bauteil-Aufnahme nicht ins Leere geht, muss sich jedes Teil an einer genau definierten Position befinden. Dafür sorgen beispielsweise speziell für diesen Zweck konstruierte Hubtische auf der Basis von Zahnstangengetrieben, die die Bauteil-Behälter aufnehmen und diese in die vorgegebene Position sowie auf die erforderliche Arbeitshöhe bringen – und das mit einer möglichst hohen Wiederholbarkeit. Alternativ können diese Hubtische als Variante für Leerstationen fungieren und unter einem Highspeed-Förderer angebracht Karosserien in eine Parkposition heben. Kurzum: Hubtische stellen kostengünstige Alternativen zu Hub-Senk-Förderern dar und arbeiten selbst bei hohen Lasten und hohen Geschwindigkeiten mit einer Positioniergenauigkeit von ± 0,01 mm.

Ein Unternehmen, das sich bereits seit 20 Jahren mit dem Thema Zahnstangenhubgetriebe beschäftigt, ist Leantechnik. „Die Oberhausener waren auf der Suche nach einer Alternative zu den vormals bei den Hubtischen eingesetzten Kardanwellen, denn die führten mit ihren Zwischengelenken zu einem unruhigen Lauf und beeinträchtigen damit die Präzision der Hubbewegung,“ erinnert sich Christopher Monka, Gebietsverkaufsleiter Nord-West bei R+W Antriebselemente aus Klingenberg.

Erfolgreich behoben werden konnte die Schwingungsproblematik schließlich mit spielfreien und schwingungsdämpfenden Gelenkwellen der Modellreihe EZ2 von R+W. Für die Kompensation der Schwingungen und Drehmomentstöße sind diese mit Elastomerkränzen ausgestattet, welche außerdem axiale, laterale und angulare Versätze ausgleichen.