Steckverbinder

Stecken im Gleichstromnetz

9. September 2015, 14:29 Uhr | Bernd Horrmeyer

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Edelmetall gegen Korrosion

In der Automatisierungstechnik wird mit den gängigen 24 V(DC) und mit PoE, aber auch mit neueren Systemen mit leistungsfähiger Spannungsversorgung wie USB und HDMI gearbeitet. Bei all diesen Systemen besteht aufgrund der geringeren Spannung die Gefahr einer Materialschädigung. Denn bei einem noch so kleinen Lichtbogen erfolgt immer ein mikroskopisch kleiner Abtrag des Materials. Kommt es häufiger zu einem Lichtbogen, so kann der Abtrag so groß werden, dass die schützende Oberfläche entfernt wird und das Basismaterial ungeschützt frei liegt. Schadgase aus der Umwelt können nun zu einer Korrosion führen und den Kontaktwiderstand bis zum Ausfall erhöhen. Diese Gefahr besteht auch dann, wenn die Schadstelle außerhalb des Kontaktbereiches liegt und die Korrosion in den Kontaktbereich hineinwandert.

RJ45 Stecker, Phoenix Contact
Beispiel RJ45-Stecker: Liegt die Trennzone (Bild unten) getrennt von der Kontaktzone (Bild oben), wird bei einem Mikro-Lichtbogen der Kontakt nicht in der Kontakt­zone (rot eingekreist) beschädigt und die Funk­tionalität bleibt erhalten.
© Phoenix Contact

Die in professionellen Anwendungen am meisten verbreitete Gestaltung von Steckverbinderkontakten besteht aus einem Buchsen- und Stiftkontakt. Diese Ausführung sorgt dafür, dass mehrere Berührflächen vorhanden sind und auch unter ungünstigen Umständen stets ­mindestens eine Berührfläche die elek­trische Verbindung herstellt. Bei diversen Produkten besteht die Oberfläche allerdings nicht aus einem Edelmetall – sie sind dadurch preisgünstiger, korrodieren aber leichter durch Umwelteinflüsse. Bei hochwertigeren Systemen besteht die Kontaktoberfläche hingegen aus einer dünnen Schicht eines Edelmetalls wie Silber oder Gold. Vorteilhaft bei diesen Oberflächen ist die hohe Widerstands­fähigkeit gegenüber korrosiven Einflüssen und gegen Abrieb durch Vibrationen.

Auf den Punkt gebracht: Ob innerhalb des Schaltschrankes oder im rauen Feld – Schadgase können überall auftreten. Produkte aus dem Büro-, Heim- oder Freizeit-Bereich mit ihren unedlen Ober­flächen eignen sich daher nicht für die ­zuverlässige Übertragung einer Gleichspannungsversorgung im indus­triellen Umfeld.

Autor: Bernd Horrmeyer ist Fachreferent für Standardisierung bei Phoenix Contact, Blomberg.


  1. Stecken im Gleichstromnetz
  2. Das Problem Lichtbogen
  3. Edelmetall gegen Korrosion

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