D-Sub-Stecker

Sicherer Anschluss ohne Spezialwerkzeug

6. Juni 2017, 8:00 Uhr | Günter Herkommer
A_Montage von D-Sub-Steckern
© Knorrtec

Die Montage von D-Sub-Steckern bedeutet bis dato häufig einen hohen Aufwand beziehungsweise den Einsatz von Spezialwerkzeug. Eine neue Lösung ­basierend auf einem Käfigzugfederanschluss verspricht eine deutliche Zeitersparnis.

Seit mehr als 60 Jahren sorgen D-Sub-Stecker bei PCs und an großen Produktionsanlagen für eine reibungslose Datenübertragung. Weniger reibungslos verläuft dagegen oftmals die Montage: Häufig sind die Bedingungen, unter denen etwa Steckverbinder mit Leitungen verlötet werden sollen, alles andere als ideal. „Situationen, in denen der Fachmann Kontaktstellen über Kopf auf engstem Raum und bei schlechtem Licht anschließen muss, sind keine Seltenheit“, merkt Franz Knorr, Inhaber der Firma Knorrtec, in diesem Zusammenhang an und ergänzt: „Wird dann noch ein Draht falsch verlötet, sind die Reparaturarbeiten mit entsprechend höherem Aufwand verbunden.“

Ein weitaus weniger aufwendiges Verfahren, um einen D-Sub-Steckverbinder zu befestigen, ist dagegen das Crimpen. Das Aufbringen der Stecker muss jedoch üblicherweise mit teurem Spezialwerkzeug erfolgen, dessen Anschaffung sich nur lohne, wenn dieses auch regelmäßig benutzt wird. Auch Reparaturarbeiten können so zu einem langwierigen Unterfangen werden. Nicht zuletzt sei auch die Fixierung mittels Schraubklemmen aufwendig und berge Risiken: Die Schrauben können sich mit der Zeit lösen und müssen deshalb regelmäßig nachgezogen werden, um Betriebsausfälle zu vermeiden.

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Franz Knorr
Franz Knorr, Knorrtec: "Die D-Sub-Steckverbindung kommt ohne Löten oder Crimpen aus und ist dabei auf etwa 200 Steckzyklen ausgelegt."
© Knorrtec

Im Gegensatz dazu lassen sich Franz Knorr zufolge D-Subs mit Käfigzugfederanschluss verhältnismäßig schnell und einfach montieren. Bisher hatten die erhältlichen Standardgehäuse jedoch nicht die passenden Maße, um einen solchen Anschluss unterzubringen. Ein Manko, dass Knorrtec auf Anfrage eines Kunden dazu bewogen hat, eine spezielle Lösung zu entwickeln, die den Anschluss der Leitung mit Käfigzugfederklemmen zulässt. Dabei ist die bei D-Sub-Steckverbindern gängige Verriegelungsart mittels Rändelschrauben weiterhin gewährleistet.

Durch diese Anschlusstechnik ist eine Fehlerkorrektur weitaus einfacher zu bewerkstelligen, da lediglich das Gehäuse aufgeschraubt und die Käfigzugfederanschlussklemme geöffnet werden muss. Auch nach mehrmaligem Öffnen und Schließen der Klemme stellt diese eine sichere Verbindung her. Dagegen bieten Schraubklemmen weniger Langzeitsicherheit, da die anzuschließenden Leitungen aus Kupferlitzen bestehen und es durch das Fließverhalten des Kupfers zur Erhöhung des Übergangswiderstandes und damit zu einer Verschlechterung der Kontaktierung kommen kann.

Ein weiterer Vorteil der neuen Lösung dagegen besteht darin, dass der Steckverbinder trotz Käfigzugfederanschluss lediglich 16,6 mm hoch ist. Zudem lassen sich die Steckverbinder platzsparend Gehäuse an Gehäuse verbauen und bieten daher eine sehr effiziente Lösung etwa bei wenig ‚Raum‘ oder wenn eine Vielzahl von Steckverbindern angeordnet werden sollen. Inzwischen fertigt Knorrtec den D-Sub in verschiedenen Varianten in Serie. „Der Stecker in Industriequalität ist auf etwa 200 Steckzyklen ausgelegt. Für die Montage wird lediglich Standardwerkzeug benötigt“, so Knorr. Je nach Beanspruchung im Anwendungsfall könne er damit eine Nutzungszeit von etwa 10 bis 15 Jahren überdauern.

D-Sub-Steckverbinder mit Käfigzugfederanschluss
Den D-Sub-Steck­verbinder mit Käfigzugfederanschluss und Schraubverriegelung entwickelt gibt es in einer 9-, 15- oder 25-poligen Version sowie als HD-Variante.
© Knorrtec

Industrie-PCs lassen sich mit dem Steckverbinder ebenso ausstatten wie SPS-Steuerungen oder Industriedrucker. Sogar selten eingesetzte Interfaces, wie etwa spezielle Industrie-Schnittstellen, sind auf diese Weise anschließbar. Daneben birgt die Energiewende neue Möglichkeiten, wie der Geschäftsführer erläutert: „Der neue D-Sub eignet sich unter anderem für den Anschluss von CAN-Bus-Schnittstellen, die etwa in Windkraftanlagen Verwendung finden; außerdem ist die Messtechnik als Einsatzgebiet denkbar.“

Den Stecker gibt es in einer 9-, 15- oder 25-poligen Variante mit den Maßen 31 mm × 60 mm × 16,6 mm be­ziehungsweise 39,5 mm × 75 mm × 16,6 mm oder 53 mm × 75 mm × 16,6 mm. Das Gehäuse steht als reine Kunststoffvariante oder als metallisierte Version für EMV-kritische Anwendungen zur Verfügung. Letztere ist mit einer Nickelschicht überzogen. Diese sorgt für eine gute Leitfähigkeit, so dass der D-Sub resistent gegenüber ­Störungen ist.

Anschließbare Leitungen können über einen maximalen Aderquerschnitt von 0,5 mm² und einen Manteldurchmesser von höchstens 10,5 mm verfügen. Einsetzbar ist die Steckverbindung mit Schutzart IP20 bei Temperaturen von –20 bis +85 °C. Die Spannungsfestigkeit beträgt 100 V, die Stromtragfähigkeit 1,2 A bei einer Prüfspannung von 1 kV/mm und Luft- und Kriechstrecken von 0,5 mm. Darüber hinaus gibt es einige Varianten als dreireihige HD-Stecker.