Phoenix Contact

Sicher verkabelt und gesteckt

20. Oktober 2021, 13:41 Uhr | Tobias Dietel, Jürgen Sahm

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Komponenten für eine durchgängige Topologie

Die M12-Push-Pull-Norm IEC 61076-2-010 ist eine Evolution der Basisnorm -101. Sie referenziert auf alle bekannten M12-Normen, wie etwa die IEC 61076-2-111 für Leistungssteckverbinder (M12 Power) oder die IEC 61076-2-109 für X-kodierte M12-Steckverbinder. Somit hält die M12-Push-Pull-Schnellverrriegelung Einzug in die Signal-, Daten- und Leistungs-Verkabelung im industriellen Bereich.

 

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Die M12-Duo-Kontur erlaubt eine flexible Feldverdrahtung mit M12-Schraubsteckverbindern (links) oder mittels Push-Pull-Schnellverriegelung.
© Phoenix Contact

Auch hier ist nicht nur die Standardisierung der Schlüssel zum Erfolg, sondern vor allen Dingen eine durchgängige System-topologie. Neben den bereits erwähnten Geräte-Ports mit Duo-Kontur benötigt der Endanwender auch umspritzte M12-Push-Pull-Leitungen, Steckverbinder zur Selbstkonfektionierung sowie Verteilungssys-teme, um eine durchgängige Verdrahtung nach seinen Ansprüchen umzusetzen.

Phoenix Contact hat zur Hannover Messe 2021 die ersten Produkte für das Geräte-Design-in sowie für die Feldverdrahtung präsentiert.

Der Clou bei der Weiterentwicklung des M12 ist, dass das bewährte M12-Vollgewinde erhalten bleibt. Der Push-Pull-Mechanismus sitzt einfach davor, was den Umstieg auf Push-Pull erheblich vereinfacht.

 

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Tobias Dietel ist Gruppenleiter Produktmarketing Industrial Field Connectivity bei Phoenix Contact in Blomberg.
© Phoenix Contact

Die Vorteile der nahtlosen Evolution der Push-Pull-Technik werden insbesondere an den Design-in-Eigenschaften der Gerätesteckverbinder deutlich: Im Gerät ändert sich nichts – die geringe Modifi­kation für die Push-Pull-Technik erfolgt nur im Bereich des M12-Gewindes. Gerätehersteller können weiterhin die etablierten M12-Gerätesteckverbinder ohne Änderung an der Gerätekonstruktion einsetzen – zum Beispiel das zweiteilige modulare M12-Reflow-Gerätesteckverbinder-Programm. So wird die Funktionalität der Geräte ohne Zusatzaufwand erweitert und bietet dem Endanwender die Wahlfreiheit, die Feldverkabelung entweder mit herkömmlicher M12- oder mit Push-Pull-Schnellanschlusstechnik umzusetzen.

Die Zukunft des M12-Systems

Das M12-System wird weiterhin sukzessive ausgebaut, um die Push-Pull-Technologie schrittweise in sämtliche M12-Produktfamilien für die Feld- und Geräteverkabelung zu integrieren. Erste M12-Push-Pull-Produkte wurden auf der Hannover Messe 2021 vorgestellt. So sind auf der Feldver-kabelungsseite verschiedene umspritzte A-kodierte M12-Push-Pull-Kabel verfügbar – in Stift- und Buchsenausführung, 3- bis 5-polig sowie in gerader und gewinkelter Form. Für die Geräteintegration stehen die zugehörigen Artikel und bereits weitere Polbilder für zweiteilige THR-Leiterplatten-Steckverbinder bereit.

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Jürgen Sahm ist Senior Specialist Produktmarketing, Field Device Connectors, bei Phoenix Contact Connector Technology in Herrenberg.
© Phoenix Contact

Durch die ‚Push-Pull-ready-Option‘ ist es bereits heute möglich, Geräte vorbereitend mit weiteren M12-typischen Polbildern auszurüsten. Die Duo-Funktionalität ermöglicht es Anwendern – je nach Verfügbarkeit der Feldverkabelung –, die Geräte mit Push-Pull- oder herkömmlicher M12-Schraubverriegelung zu betreiben. Anfang 2022 wird Phoenix Contact das Portfolio um geschirmte Varianten sowie Steckverbinder zum Selbstkonfektionieren erweitern. Hiermit lassen sich Applikationen wie analoge Sensoren oder Geräte mit einem Datenanschluss verkabeln.


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