Phoenix Contact

Sicher verkabelt und gesteckt

20. Oktober 2021, 13:41 Uhr | Tobias Dietel, Jürgen Sahm
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Die Merkmale des M12-Steckverbinders mit den Funktionen der Push-Pull-Technik kombiniert
© Phoenix Contact

Bei der Entwicklung des M12-Push-Pull-Schnellanschlusses nach IEC 61076-2-010 ging es darum, Bewährtes zu erhalten und Innovatives zu ergänzen. Im Ergebnis werden so die gewohnten Merkmale des M12-Steckverbinders mit den Funktionen der Push-Pull-Technik kombiniert.

Der technologische Fortschritt und insbesondere die Digitalisierung in der Automatisierungstechnik fand in den vergangenen drei Jahrzehnten in gewaltigen Innovationsschüben statt. Dabei stellte die ständig zunehmende Funktionalität der Geräte und die gleichzeitige Forderung nach immer kompakteren Gehäuseabmessungen auch höhere Anforderungen an die Anschlusstechnik und damit an M12-Steckverbinder. Diese entwickelten sich durch zahlreiche Polbilder vom ‚einfachen‘ Sensoranschluss, der bereits Mitte der 80er-Jahre als 4-poliger kompakter Direktanschluss für Sensoren konzipiert wurde, zum universellen Weltstandard für die Verbindungstechnik von Daten, Signalen und Leistung bei Automatisierungskomponenten.

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Durch ein verbessertes Handling ermöglicht das M12-Push-Pull-Konzept kompaktere Bauformen von Geräten.
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Doch die M12-Schraubverriegelung der Steckverbinder hat – neben all ihren Vorteilen – einen kleinen Wermutstropfen: den Zeitaufwand für das korrekte Verschrauben. Um an diesem Punkt zu optimieren, entstanden in den letzten Jahren unterschiedliche Ansätze, um die Verriegelung durch sogenannte ‚Schnellkuppeltechniken‘ zu ersetzen oder mit dem M12-Gewinde zu kombinieren. Dabei blieb es jedoch bei proprietären Lösungen, die sich letztlich nicht als Marktstandard etablieren konnten. Die Gründe dafür waren unterschiedlicher Natur – unter anderem Mehrkosten, eingeschränkte Verfügbarkeit durch nur einen Hersteller sowie vor allem fehlende Standardisierung.

Weltweite Akzeptanz

Die weltweite Akzeptanz des M12-Steckverbinders basiert zu einem wesentlichen Teil auf der lückenlosen Standardisierung durch IEC-Normen. Die neue IEC 61076-2-010 schafft nun eine harmonisierte normative Einbindung für alle marktüblichen M12-Push-Pull-Schnellanschlussvarianten. Sie ermöglicht es, Automatisierungskomponenten künftig mit einer durchgängigen standardisierten Push-Pull-Schnellanschlusstechnik auf Basis von M12 zu verbinden.

Beim Vergleich der M12-Push-Pull-Schnellverriegelung mit einem konventionellen M12-Steckverbinder mit Standardgewinde bietet die Push-Pull-Variante eine deutliche Zeitersparnis bei der Installation. Durch das einfache Stecken der Verbindung sparen Anwender bis zu 80 % Installationszeit und damit auch deutlich an Kosten. Aufgrund der verbesserten Handhabung der M12-Push-Pull-Schnellverriegelung kann auch das Geräte-Layout kompakter werden: Zum einen ist weniger Platz zwischen einzelnen Geräte-Ports erforderlich, zum anderen können die Geräte-Ports wahlweise vollständig ‚versenkt‘ ins Gerät integriert werden. Beide Vorteile kommen der wachsenden Anforderung nach Miniaturisierung entgegen.

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Das M12-Push-Pull-System bietet durch die IEC 61076-2-010 sämtliche für die Verkabelung von Automatisierungskomponenten erforderlichen ­Bauformen.
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Ein weiterer Vorteil der M12-Push-Pull-Schnellverriegelung ist die Anschlusssicherheit, verglichen mit dem konventionellen M12-Steckverbinder: Während zur Sicherstellung der Schutzart IP67 bei einem M12-Steckverbinder mit einem Standard-M12-Gewinde ein Drehmomentwerkzeug nötig ist, entfällt dieses bei der M12-Push-Pull-Schnellveriegelung.

Für den Endanwender ebenso wichtig ist die breite und weltweite Verfügbarkeit des M12-Push-Pull-Systems. Daher haben sich führende M12-Steckverbinder-Hersteller für die Unterstützung der IEC 61076-2-010 ausgesprochen – Hauptgründe dafür sind die herstellerübergreifende Funktionssicherheit sowie die wirtschaftliche Herstellbarkeit durch die Nähe zur Basisnorm -101 und die einfache Integration ins Gerät.


  1. Sicher verkabelt und gesteckt
  2. Komponenten für eine durchgängige Topologie

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