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Recycling-Programm für Energie- und Schleppketten

27. November 2019, 12:00 Uhr   |  Inka Krischke

Recycling-Programm für Energie- und Schleppketten
© Igus

Frank Blase, Igus-Geschäftsführer: „Wir rechnen, dass sich unser Recycling-Programm mittelfristig nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch lohnt: Der Kunde erhält einen Wertgutschein für neue igus-Produkte und spart Recyclingkosten. Wir und andere Unternehmen nutzen das Recyclat für neue Produkte. Aber auch hier gilt: Anfangen, lernen, verbessern.“

Nur rund 16 % des in Deutschland anfallenden Plastikmülls werden laut ‚Plastikatlas 2019‘ für neue Produkte wiederverwendet. Grund genug für Igus, ein Recycling-Programm für Kunststoff-Energie-und Schleppketten ins Leben zu rufen.

Auch wenn eine langlebige Kunststoff-Energiekette nicht vergleichbar ist mit täglichen Wegwerfprodukten wie Plastikverpackungen, stellt sich zum Lebensdauerende auch hier die Frage nach der Entsorgung. Im Normalfall wird die Kette zusammen mit anderen Kunststoffabfällen beseitigt. Recycling findet selten statt, da der Aufwand der sortenreinen Trennung und des Verarbeitens zu wieder nutzbarem Granulat einen zu hohen Aufwand bedeutet. In den meisten Fabriken ist es daher üblich, alte Energie- und Schleppketten von ihren Maschinen abzubauen und in Industriemüllcontainer zu werfen. Anschließend werden die Kunststoffe in der Regel verbrannt.

Igus bietet mit dem ‚igus green chainge recycling program‘ eine umweltfreundliche Alternative. Ziel des Programms ist, den Kunststoff der Energie- und Schleppketten zu recyceln, wieder zu verwenden und somit einem Wertstoff-Kreislauf zuzuführen. Dazu können Anwender ihre ausrangierten, gereinigten Kunststoffketten an Igus schicken – völlig unabhängig vom Hersteller der Kette. Ausschlusskriterien für die Annahme ausrangierter Kunststoffketten gibt es derzeit nicht: „Wir sind in der Lage, eine breite Auswahl an Ketten zu recyceln. Zurzeit nehmen wir alles an, was uns geschickt wird. Wir werden lernen, wo eventuell die Grenzen liegen“, erläutert Igus-Geschäftsführer Frank Blase. Die Kunststoffe werden nach Materialtypen sortiert, gereinigt, geschreddert und verpackt. Danach können sie von Igus oder anderen Unternehmen für die Produktion hochwertiger technischer Produkte wiederverwendet werden. Der Kunde erhält im Gegenzug einen Igus Gutschein in Höhe von 0,78 Euro pro Kilogramm. 

Das Thema Recycling ist nicht neu bei Igus: Bereits heute werden 99 % des in der Produktion anfallenden Kunststoffabfalls als Re-Granulat wiederverwertet. „Der Ausschuss, der in der laufenden Produktion anfällt, wird direkt wieder regranuliert und in den Produktionsprozess überführt. Dabei ist eine fast vollständige Wiederverwertung sichergestellt“, erklärt Frank Blase. „Bei bereits langjährig genutzten Energie- und Schleppketten ist dies schwieriger, weil die Materialien erst einmal sorgfältig gereinigt werden müssen. Unser Labor stellt im Anschluss an die Reinigung die sortenreine Trennung durch eine genaue Analyse der Materialien sicher. Sortenrein gereinigt und getrennt können die Materialien dann zu Regranulat verarbeitet werden.“ Damit ist das ‚chainge‘-Programm ein nächster Schritt Richtung nachhaltiges Wirtschaften.

Igus rollt das Recycling-Programm weltweit aus, aktuell ist es in Deutschland gestartet und wird dann in weiteren Märkten wie China, USA, Japan, Taiwan oder Korea lokalisiert.

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