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Industriesteckverbinder

M8 - im Schatten des M12?

14. August 2018, 00:00 Uhr   |  Dirk Bunzel


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

Zukunftssichere Schnittstellen

Um die beiden genannten Nachteile des Standard-M8-Steckverbinders zu beseitigen, wurde die D-Codierung entwickelt und in der IEC 61076-2-114 standardisiert.

Das neue Steckgesicht verfügt über vier symmetrisch angeordnete Kontakte. Die jeweils gegenüberliegenden Kontakte bilden ein Paar, an welches entweder zwei gegenüberliegende Adern einer Sternviererleitung oder ein Adernpaar einer Twisted-Pair-Leitung angeschlossen wird. Da sich die elektromagnetischen Felder, die während des Sendens und Empfangens von Daten entstehen, durch die symmetrische Kontaktanordnung gegenseitig aufheben, werden Verluste von Datenpaketen durch NEXT vermieden. Damit wird sichergestellt, dass alle Anforderungen der CAT 5 / Class D eingehalten werden und ausreichend Reserven vorhanden sind. Der Anwender erhält auf diese Weise eine zuverlässige Netzwerk-Verbindung.

Vergleich zu M12-Steckverbinder, Phoenix Contact
© Phoenix Contact

Im Vergleich zum M12-Steckverbinder wird die am Gerät oder Schaltschrank benötigte Fläche durch den Einsatz der Baugröße M8 um ein Drittel reduziert.

Durch die nunmehr symmetrische Kontaktanordnung sind zusätzliche Codier-Elemente im Steckgesicht erforderlich. Die Codierung verhindert zum einen das Fehlstecken innerhalb des Steckverbinders, sodass die Kontaktreihenfolge immer eingehalten wird. Zum anderen erfolgt eine mechanische Unterscheidung zwischen Steckverbindern mit gleicher Kontaktanordnung, die aber für andere Anwendungen vorgesehen sind – wie zum Beispiel die M8-P-Codierung für Ethercat. Insbesondere die mechanische Trennung zu Codierungen, die künftig für die Spannungsversorgung vorgesehen sind, ist wichtig, um mögliche Beschädigungen durch falsch angeschlossene Versorgungsleitungen auszuschließen.

Die Anordnung der Codiernasen innerhalb des Steckgesichts orientiert sich an den Codier-Elementen der D-Codierung in Baugröße M12. Die Elemente wurden jedoch optimiert, um auch in der kleineren Baugröße als Kunststoffteil gefertigt werden zu können. Durch die Standardisierung der neuen D-Codierung für M8-Steckverbinder als IEC-Norm können Anwender sicherstellen, dass eine Kombination auch über Herstellergrenzen hinweg zuverlässig funktioniert.

Autor: 
Dirk Bunzel ist Produktmanager Passive Netzwerkkomponenten, ­Industrial Field Connectivity, bei Phoenix Contact in Blomberg.

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1. M8 - im Schatten des M12?
2. Die Historie von M8
3. Künftig größere Datenmengen
4. Zukunftssichere Schnittstellen

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