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Jahresabschluss 2019 von Weidmüller

Industrial IoT und Ladeinfrastruktur im Fokus

21. April 2020, 11:28 Uhr   |  Andreas Knoll

Industrial IoT und Ladeinfrastruktur im Fokus
© Weidmüller

Der Vorstand der Weidmüller-Gruppe (v.l.n.r.): Dr. Timo Berger (Verbriebsvorstand), Volker Bibelhausen (Vorstandssprecher und Technologievorstand), André Sombecki (Finanzvorstand).

Ein geringfügiges Umsatzwachstum verzeichnete die Weidmüller-Gruppe im Geschäftsjahr 2019. Verstärkt ins Visier nehmen will das Connectivity-Unternehmen die Zukunftsmärkte Industrial IoT und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Die Weidmüller-Gruppe blickt auf ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2019 zurück. In einem schwierigen Marktumfeld, für das der ZVEI einen Umsatzrückgang von 1,8 Prozent vermeldete, erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 830 Mio. Euro - nach 823 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Umsatzwachstum von knapp 1 Prozent. »Angesichts der Eintrübung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind wir mit dem Ergebnis dennoch zufrieden«, erläutert Vorstandssprecher und Technologievorstand Volker Bibelhausen. Während die erste Jahreshälfte 2019 noch durch eine stabile konjunkturelle Lage gekennzeichnet war, zeigte sich in der zweiten Jahreshälfte ein deutlicher weltweiter Abschwung. »Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, sind aber zuversichtlich, dass wir sie nicht nur bewältigen, sondern auch daran wachsen werden«, führt Bibelhausen aus. »Der Einstieg in Zukunftsmärkte wie der Elektromobilität, aber auch die weitere Automatisierung und das Geschäft mit IIoT-Lösungen werden uns hier in Zukunft helfen.«

Als Ersatz für den Messestand auf der Hannover Messe hat Weidmüller nach deren Absage ein digitales Messeerlebnis für seine Kunden geschaffen. »Hier zeigen wir, auch über den eigentlichen Messezeitraum hinweg, bis zum Sommer diesen Jahres laufend Produkthighlights, bieten Online-Trainings und schalten nach und nach weitere technische Features für unsere Kunden frei«, sagt Vertriebsvorstand Dr. Timo Berger.

Wachstum im Kerngeschäft und bei Digitalisierungslösungen

Das Wachstum von knapp 1 Prozent rührt besonders von Tragschienenkomponenten, Markierern, Druckern, Montage und Beratung her. Im Bereich Intelligente Komponenten und Lösungen betrug das Wachstum sogar 6 Prozent. »Getragen wurde das Geschäft hier von einer starken Nachfrage nach unserer neuesten Reihenklemmenfamilie sowie unseren Automatisierungsprodukten um u-remote sowie unseren Stromversorgungen«, verdeutlicht Bibelhausen. »Lediglich der Bereich um die Geräte- und Feldverdrahtung sowie das OEM-Geschäft liegen mit minus 3 Prozent unter dem Vorjahr. »Der Rückgang ist hier vor allem der hohen Empfindlichkeit und schnellen Reaktion der Kunden aus der Leistungselektronik bei konjunkturellen Schwankungen geschuldet«, legt Bibelhausen dar. Wachstum verzeichnete hingegen der Bereich Feldverdrahtung, der vom ungebrochenen Trend der Dezentralisierung in der Automatisierung und Elektrifizierung maßgeblich profitiert.

Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Modernisierung und Ausbau des weltweiten Produktionsnetzwerks

Mehr als 6 Prozent seines Umsatzes, nämlich 53 Mio. Euro, investierte Weidmüller 2019 in Forschung und Entwicklung. Innerhalb des Unternehmens beschäftigen sich derzeit 408 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Entwicklung neuer Lösungen und Produkte. Insgesamt stieg die Mitarbeiterzahl im Jahr 2019 von 4886 auf 4974. Gleichzeitig investierte Weidmüller knapp 60 Mio. Euro in die Modernisierung und den Ausbau des weltweiten Produktionsnetzwerks. »Der Schwerpunkt lag hier auf der Fertigstellung des dritten Flügels unseres Kunden- und Technologiezentrums sowie unserer Produktionsstandorte in China, Thüringen und Rumänien«, erklärt Finanzvorstand André Sombecki. In China eröffnete Weidmüller im Juni, nach nur acht Monaten Bauzeit, ein 14.000 qm großes Produktionsgebäude. Und hierzulande wurde ebenfalls im Juni eine neue Produktionshalle am Standort im thüringischen Wutha-Farnroda eröffnet. »Die neue Fertigung ist ein weiterer Schritt für den Ausbau der TWG als Weidmüllers High-Tech-Standort für industrielle Steckverbinder- und Verkabelungslösungen«, erläutert Sombecki. »Weitere Erweiterungen des Werkes sind geplant, um die komplexen verlängerten Werkbankstrukturen sukzessive aufzulösen und eine ablaufoptimierte, hochautomatisierte Fertigung zu gestalten«, führt Bibelhausen aus.

Digitalisierung und Automatisierung im Kerngeschäft rund um die Reihenklemme

In Weidmüllers Kerngeschäft rund um die Reihenklemme stärkt das Unternehmen seine Position durch die Etablierung digitaler Services und weiterer Lösungen und Komponenten zur automatischen Bestückung und Markierung. Es geht hierbei darum, die Arbeitsabläufe und Prozesse für Schaltschrankbauer und Monteure durch aufeinander abgestimmte Fertigungsabläufe effizienter zu gestalten. »Mit unserem RailAssembler lassen sich Reihenklemmen automatisiert auf einer Tragschiene montieren«, erläutert Bibelhausen. »Er ergänzt unser vorhandenes Workplace-Solutions-Angebot für mehr Effizienz im Schaltschrankbau.« Die Vision, den Schaltschrankbau der Zukunft zu gestalten, verfolgt Weidmüller in der Initiative „Smart Cabinet Building“ auch gemeinsam mit weiteren Unternehmen. »Damit profitieren unsere Kunden von durchgängigen, aufeinander abgestimmten Lösungen der jeweiligen Spezialisten auf dem Gebiet«, erläutert Berger.

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1. Industrial IoT und Ladeinfrastruktur im Fokus
2. Ausbau des IIoT-Portfolios zur Digitalisierung von Prozessen

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