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Antriebstechnik / Motion Control

Flüssiges Obst kompakt verpackt

13. September 2016, 13:21 Uhr   |  Heiko Füller

Flüssiges Obst kompakt verpackt
© SEW-Eurodrive

Bei der Kelterei Sachsenobst übernimmt seit Kurzem eine ­multifunktionale Palettieranlage die gesamten Förder- und Hand­habungsprozesse. – Alles in allem eine recht anspruchs­volle Motion-Control- und Antriebsaufgabe.

Zwischen Grimma und Döbeln beziehungsweise zwischen Oschatz und Colditz reifen im sächsischen ‚Obstland‘ unter günstigen klimatischen Bedingungen Erdbeeren, Kirschen, Johannis- und Himbeeren sowie Pflaumen, Äpfel und Birnen in großen Mengen. Mitten in diesem fruchtbaren Gebiet wurde 1936, unmittelbar vor den Toren der Stadt Döbeln, eine Süßmost- und Obstweinkelterei errichtet. Sie ist der Ursprung der heutigen Kelterei Sachsenobst.

Bereits in den 1980er-Jahren entwickelte der auch heute noch für Sachsenobst tätige Anlagenbauer Bayer zur Entlastung der Kelterei-Mitarbeiter eine Handhabungsanlage für die heiß abgefüllten Flüssigkeiten. „Obstsäfte werden bei 90 °C randvoll gefüllt, Obstweine bei 60 °C. Danach erfolgt ein Rückkühlen auf etwa 35 °C, damit Aroma und Vitamine erhalten bleiben“, erläutert Produktionsleiterin Luise Hoppe. Nachdem 1997 alle Anlagen und Transporteinrichtungen für mehr als 11 Mio. Euro umfassend modernisiert und in diesem Zuge unter anderem mit Antrieben des Herstellers von SEW-Eurodrive ausgestattet wurden, ereignete sich fünf Jahre später etwas, das als ‚Schwarzer Dienstag‘ in die Geschichte der Kelterei Sachsenobst einging: Das Jahrhunderthochwasser der Freiberger Mulde überschwemmte am 13. August 2002 alle Gebäude und zerstörte dabei die gesamte Abfülltechnik. 2013 kam das nächste Hochwasser. Danach war eine umfangreiche Erneuerung wichtiger Anlagenteile notwendig, was schließlich in der Ausschreibung einer neuen multifunktionalen Palettieranlage resultierte.

„Unsere Anforderungen waren hoch gesteckt“, blickt Johannes Zimmermann, Technischer Leiter der Kelterei Sachsenobst, zurück und ergänzt: „Die zu errichtende Anlage sollte die gesamten Förder- und Handhabungsprozesse des zugeführten Leerguts, der Paletten sowie die Handhabung der Kisten und Kartons übernehmen. Viel Platz konnten wir dazu nicht zur Verfügung ­stellen, da es die Anlage an der Stirnseite ­unserer Abfüllhalle zu installieren galt. Hier stand lediglich ein Raum von 15 m Breite, 10 m Tiefe und einer Höhe von 6,50 m zur Verfügung.“ Vor diesem Hintergrund entschloss man sich zusammen mit dem beauftragten Anla-genbauer Bayer dazu, die Palettieranlage in zwei Ebenen zu errichten. Zusätzlich war in diesem knappen Raum noch ein automatischer Abschieber zu installieren, welcher das Neuglas der Produktion zuführt. Insgesamt kann die Anlage pro Stunde 8000 Ein-Liter-Flaschen transportieren.

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1. Flüssiges Obst kompakt verpackt
2. So funktioniert der Materialfluss
3. Ausschluss der Störbereiche

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