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Schaltschrankbau

Engineering mit digitalem Zwilling

15. Oktober 2019, 08:30 Uhr   |  Silke Lödige

Engineering mit digitalem Zwilling
© Weidmüller

Für zeitraubende Tätigkeiten wie das Verfassen von Stücklisten anhand von Schaltplänen fehlt im Schaltschrankbau schlicht die Zeit. Wie lässt sich der Prozess – von der Planung über die Installation bis zum Betrieb – optimieren?

Screeshot des Weidmüller Configurator
© Weidmüller

Der 'Weidmüller Configurator' (WMC) unterstützt das Engineering und liefert 3-D-Modelle als digitalen Zwilling.

Längst hat der PC die dicken Kataloge vom Schreibtisch verdrängt. Waren die Anfänge kaum mehr als eine Monitoransicht der gedruckten Seiten, hat sich der Bestellvorgang inzwischen völlig verändert. Wie das im Detail aussehen kann, lässt sich am Beispiel des ‚Weidmüller Configurator‘ (WMC) zeigen: 

Statt in langen Listen zu suchen, kann der Anlagenbauer den Konfigurator starten und den Bestellprozess beginnen. Die Software beschleunigt Auswahl, Projektierung und Bestellung von Tragschienenkomponenten aus dem Anbieter-Programm. Durch eine selbsterklärende Oberfläche und Drag&drop-Funktionen ist sie intuitiv bedienbar und verhindert dank einer Plausibilitätskontrolle fehlerhafte Aufbauten beziehungsweise korrigiert sie selbstständig. Nur passend ausgewähltes Zubehör lässt sich zur aktuellen Konfiguration hinzufügen. Darüber hinaus enthält das Tool eine Datenbank mit Best-Practice-Lösungen für standardisierte Projekte. Da es auch eine virtuelle Beschriftung beinhaltet, erfolgt dank direkter Schnittstellen zu CAD-Programmen und einer Markierungssoftware die Planung und Beschriftung der Komponenten in einem Schritt.

Anwender können das Tool darüber hinaus in den Workflow mit E-CAD-Systemen einbinden. Die Produktdaten aus dem Konfigurator sind in alle gängigen Engineering-Systeme – zum Beispiel ‚Eplan Electric P8‘ oder ‚Zuken E³.series‘ – vollständig integrierbar. Hohe Detailtreue bei der Tragschienenbestückung steigert die Planungsqualität gegenüber E-CAD-Tools: Die gängigen Engineering-Systeme erzeugen das Abbild beispielsweise einer Klemmenleiste, die nach reinen elektrischen Funktionen aufgebaut ist, das mechanische Zubehör fehlt. Anwender können dies entweder manuell ergänzen oder dem Konfigurator überlassen, der das Projekt mit dem passenden Zubehör wie Abschlussplatten, Endwinkeln und Markierungen komplettiert. Die so aufbereiteten Datensätze schickt das Tool wieder an das Engineering-System zurück, sodass der Anwender nun mit dem kompletten Datensatz weiterarbeiten kann. Mit diesem detailgetreuen, virtuellen Abbild – dem ‚digitalen Zwilling‘ – lassen sich auch 3D-Ansichten erzeugen, die das Bemaßen, Verdrahten und Markieren beim Schaltschrankbau erleichtern.

Nach Abschluss der Konfiguration kann der Anwender per Knopfdruck innerhalb von wenigen Minuten ein individuelles Angebot anfordern. Basierend auf verschiedenen ‚Service-Levels‘ erhält er in wenigen Tagen die individuell assemblierten Produkte. 

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