Igus

Energiekette aus komplett recyceltem Material

18. Mai 2022, 9:35 Uhr | Inka Krischke
Igus, cradle-chain
Die cradle-chain von Igus besteht zu 100 % aus recyceltem Material.
© Igus

Ein Umsatzplus von 32 % und die erste Energiekette hergestellt aus vollständig recyceltem Material – anlässlich ihrer Jahrespressekonferenz gab die Firma Igus Einblick in interessante Entwicklungen des Kölner Unternehmens.

»234 Millionen Euro mehr Umsatz in einem Jahr, bei fast gleichen Verkaufspreisen bis Ende des Jahres, und alles selbstproduziert und beschafft – das hatten wir noch nie«, sagt Igus-Geschäftsführer Frank Blase. Insgesamt betrug der Umsatz im Jahr 2021 961 Mio. Euro. 32 % mehr Umsatz als 2020 bedeuten auch 26 % mehr als im Rekordjahr 2019.

Der Ukraine-Krieg und die Verknappungen auf vielen Märkten veranlassen Igus dazu, kurzfristig noch einmal mehr in die Materialverfügbarkeit zu investieren. Gleichzeitig gehen die Investitionen in höhere Produktionskapazitäten weiter: Seit 2020 wurde die Produktion in Köln um 300 Spritzgussmaschinen aufgestockt oder modernisiert. Weitere 200 sind in Bestellung. Das neue Produktionsgebäude in Köln mit zusätzlichen 20.000 m² Fläche wird voraussichtlich am 1. Mai 2023 fertiggestellt. Neue Lagerorte für 12.000 Paletten wurden bereits 2021 gebaut. Aktuell entstehen Pläne zur nochmaligen Erweiterung des ‚igus Campus Köln‘, wofür das Unternehmen angrenzende Flächen mit einer Gesamtgröße von 20.000 m² erwarb. Bei den 35 Auslandstöchtern beliefen sich die Erweiterungen auf insgesamt 60.000 m² Grundflächen.

Klimaneutrale Produktion bis 2025

Auf dem Weg zur klimaneutralen Produktion bis 2025 – Stand heute 95 % erreicht nach Scope 1 und 2 (Greenhouse Gas Protocol) – wurden bei Igus im vergangenen Jahr unterschiedliche Projekte in Angriff genommen: So wurden zum Beispiel 100 ältere Spritzgussmaschinen gegen 40 % energieeffizientere Modelle getauscht. Zudem pflanzte igus 15.687 Bäume in 23 Ländern. Nicht direkt recycelbare Kunststoffabfälle in der Produktion reduzierten sich um 21 %. Das Energieketten-Recyclingprogramm ‚chainge‘ wuchs in den letzten Jahren und ist international ausgerollt. Und in diesem Frühjahr kommt nun das erste Energiekettenprodukt aus 100 % recycelten Materialien des ‚chainge‘-Programms auf den Markt: Die ‚cradle-chain E2.1.CG‘ ist ein komplettes Energieketten-Programm aus dem neuen Material igumid CG. Zahlreiche Tests im eigenen Testlabor zeigen, dass die neue Energiekette nahezu gleiche technische Eigenschaften und Belastungsgrenzen aufweist wie die Energiekette aus dem Standard-Material igumid G. Zudem ist sie zum selben Preis erhältlich wie die Energieketten aus dem Standardmaterial. Das neue Programm gibt es in fünf Serien und 28 Kettentypen, ab Lager lieferbar.

Bei der cradle-chain kommt unter anderem recyceltes Material aus dem Recycling-Programm ‚chainge‘ zum Einsatz. Im Rahmen dieses Programms sammelt Igus seit 2019 ausgediente Energie- und Schleppketten von Kunden, damit diese nicht im Industriemüll landen. Das gilt sowohl für hauseigene Energieketten als auch für Ketten anderer Hersteller. Bisher wurden bereits über 32 t Material aus 13 Ländern gesammelt. Für 2022 hat sich Igus das Ziel gesetzt, diese Summe auf 500 t zu erhöhen. Das Altmaterial wird sortenrein sortiert, gereinigt, regranuliert und auf Neuwarenqualität aufbereitet. Möglich ist dies mithilfe einer chemischen Analyse und dem sogenannten Formulation Tuning – ein Prozess, in dem das Material auf die gewünschten Eigenschaften hin optimiert wird und so eine konstante Produktqualität ermöglicht.


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