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Ein Wächter für die Datenleitung

3. Februar 2022, 9:43 Uhr | Stefan Hilsenbeck
Lapp-Aufmacher
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In der Smart Factory ist die vorausschauende Wartung ein wichtiges Werkzeug, um ungeplante Maschinenstillstände zu vermeiden. Dabei sollte in Ethernet-basierten Netzwerken ein Blick immer auch der Datenleitung gelten.

Bisher hatten die meisten Wartungstechniker nur zwei Alternativen: Entweder handeln sie nach einem reaktiven Wartungsansatz, bei dem Teile erst ausgetauscht werden, wenn die Maschine bereits stillsteht, oder sie setzen auf den Ansatz der präventiven Wartung, bei der noch funktionsfähige Teile vorsorglich in bestimmten Zeitintervallen ersetzt werden. Dank Industrie 4.0 und Digitalisierung gibt es als dritte Variante das Konzept der vorausschauenden Wartung: Es basiert auf Sensordaten, die während des Prozesses erfasst und ausgewertet werden und dabei Rückschlüsse auf die tatsächliche Alterung eines Teils zulassen.

Dies ist auch bei Verbindungssystemen wie Leitungen oder Steckverbindern möglich. Zwar halten Leitungen üblicherweise viele Jahre, doch bei hoch-dynamischen, anspruchsvollen Bewegungen mit hohen Geschwindigkeiten und starker Torsion ist es vorteilhaft (und kostensparend), wenn auch die Verbindungssysteme überwacht werden.

Diese Aufgabe kann beispielsweise der ‚Etherline Guard‘ von Lapp übernehmen. Dieses stationäre Überwachungsgerät wertet die aktuelle Leistungsfähigkeit einer Datenleitung aus und gibt sie in Prozent an. Indem er wichtige Leistungsprognosen einer Datenleitung zur Verfügung stellt, liefert das Gerät einen Beitrag zur Realisierung eines ‚Digitalen Zwillings‘ innerhalb von Produktionsanlagen – bis dato wurden Leitungen in solchen Modellen nicht berücksichtigt.

Datenbasis Sensorik

Grundlage dafür sind Daten, die über eine Sensorik aus den physikalischen Eigenschaften der Datenübertragung ermittelt werden. Die Realzeit-Zustandsanzeige des ‚Datenleitungs-Wächters‘ macht es möglich, die Verschleißgrenze einer Leitung zu erkennen und den optimalen Austauschzeitpunkt im Voraus zu planen. Lapp empfiehlt den ‚Etherline Guard‘ vor allem für Datenleitungen gemäß Übertragungsstandard 100BASE-TX (bis zu 100 Mbit/s) nach IEEE 802.3, ebenso aber auch für Ethercat-, Ethernet/IP- und 2-paarige Profinet-Anwendungen. Beispiele sind die Leitungen ‚Etherline Torsion Cat. 5‘ oder ‚Etherline PN Cat. 5 FD‘, die häufig Teil von Schleppketten oder torsionsbehafteten Kabelführungen sind, wie sie etwa in Roboterarmen vorkommen. An der Tagesordnung sind hier Bewegungen mit hohen Geschwindigkeiten und Beschleunigungen, wechselnde Bewegungsabläufe, Rotationen mit axial sehr hohen Verdrehungswinkeln, schnelle Taktzeiten und kleine Biegeradien.


  1. Ein Wächter für die Datenleitung
  2. Zwei kompakte Varianten

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