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Verbindungstechnik / Elektromechanik: Wago spürt konjunkturelle Unsicherheit

In einem guten, aber auch durchwachsenen Geschäftsjahr 2011 konnte die Wago-Gruppe ihren Umsatz im zweistelligen Prozent-Bereich steigern. Zwar wolle man auch in 2012 weiter wachsen und investieren; „angesichts der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation werden wir jedoch unser Tempo ein wenig drosseln“, so Sven Hohorst, geschäftsführender Gesellschafter des Mindener Unternehmens.

Konkret konnte Wago den Vorjahresumsatz von 503 Millionen Euro um 12,3 Prozent auf 565 Millionen Euro steigern. Trotz der insgesamt positiven Geschäftsentwicklung war 2011 nach Angaben der Unternehmensleitung „kein einfaches Jahr“. Wie Sven Hohorst sowie die weiteren Geschäftsführer Axel Börner und Ulrich Bohling in Minden erklärten, hatte Wago seine Produktionsstandorte durch den Abbau der Auftragsüberhänge aus dem Vorjahr sowie den Aufbau des Lagerbestands in den ersten Monaten des Jahres gut auslasten können. „Allerdings mussten wir in der zweiten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Auftragsrückgänge hinnehmen.“ Zum einen ließen die aus dem Krisenjahr 2009 resultierenden Nachholeffekte deutlich nach; zum anderen wirkte sich zusätzlich die allgemeine Investitionszurückhaltung infolge der Euro-Krise in Europa aus.

Mit einem Anteil von knapp 40 Prozent erwirtschaftete der global agierende Anbieter von Komponenten der elektrischen Verbindungstechnik und Automatisierungslösungen nach wie vor den größten Teil seines Umsatzes in Deutschland und der Schweiz. Es folgten das sonstige Europa mit 33 und die restlichen Länder mit 27 Prozent. Demnach bleibt Europa weiterhin mit einem Umsatzanteil von insgesamt 73 Prozent der wichtigste Markt. Zum Stichtag 31. Dezember 2011 beschäftigte die Wago-Gruppe weltweit etwa 5.600 Mitarbeiter, das bedeutet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 400. Mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter ist in Deutschland tätig.

Ungeachtet der zunehmenden konjunkturellen Unsicherheit hat das Unternehmen im abgelaufenen Jahr so viel investiert wie nie zuvor. Die Investitionen betrugen über 90 Millionen Euro – über 40 Millionen Euro mehr als im Jahr 2010. „Das große Volumen war aufgrund der Umsatzentwicklung erforderlich geworden und ist in einem Nachholeffekt begründet“, sagte Gesellschafter Sven Hohorst. An den beiden deutschen Standorten Minden und Sondershausen betrugen die Investitionen über 50 Millionen Euro. „Obgleich Asien für uns als Markt und Produktionsstandort an Bedeutung gewinnt, stärken wir massiv unsere Standorte in Deutschland, Polen und der Schweiz“, unterstrichen die Geschäftsführer. Wago produziert seit 1951 am Stammsitz Minden, seit 1977 in Domdidier (Schweiz), seit 1979 in Milwaukee (USA) sowie seit 1990 im thüringischen Sondershausen, seit 1995 in Delhi (Indien) und seit 1997 sowohl in Tianjin (Volksrepublik China) als auch in Wroclaw (Polen).