Sie sind hier: HomeFeldebeneE-Mechanik & Interfaces

Schaltschrankbau: Industrie 4.0 beginnt beim Engineering

Die im Engineering erzeugten Daten für alle weiteren Prozesse im Unternehmen nutzen – wie das gelingt, zeigt das ­Beispiel eines mittelständischen Maschinen- und Schaltschrankbauers.

Digitalisierung von Anfang an, Rittal Bildquelle: © Rittal

Als Hartmuth Bauer mit der Umfirmierung in Bauer Steuerungsbau sein Unternehmen 2004 komplett auf den Steuerungs- und Schaltanlagenbau ausrichtete, bestellte er noch im gleichen Jahr auf der Hannover Messe ein CNC-Bearbeitungszentrum für die Bearbeitung von Schaltschrankteilen – obwohl er zu diesem Zeitpunkt gerade einmal drei Mitarbeiter in der Werkstatt beschäftigte. „Wenn wir als ernstzunehmender Anbieter am Markt auftreten wollen, benötigen wir ein solches Bearbeitungszentrum“, verdeutlicht der Geschäftsführer seine Überzeugung, die ihn zu dieser Investition veranlasst hat. Das 1999 gegründete Unternehmen hat ursprünglich als Maschinenbauer Handlingsysteme und Steuerungen für die Holzindustrie entwickelt. Da mit der Zeit immer mehr Kunden hinzukamen, für die Schaltschränke mit Steuerungstechnik geliefert wurden, folgten die Umfirmierung und die Neuausrichtung. Heute sind rund 30 Mitarbeiter für den Mittelständler tätig, der inzwischen als Bauer Systeme firmiert.

‚Alles aus einer Hand‘ ist das Konzept des Unternehmens, dessen Leistungsspektrum mit der Konzepterstellung startet. „Nach Möglichkeit wickeln wir Projekte von der Elektro- und 3D-Aufbauplanung über die Fertigung in unserer Werkstatt bis hin zur Inbetriebnahme ab“, sagt René Alldinger, ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung. Auch SPS-Programmierung und die Erstellung von Visualisierungen gehören zum Portfolio.

Eine wichtige Voraussetzung, um solch komplexe Projekte umsetzen zu können, ist die konsequente Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette. Da sämtliche Prozesse automatisiert sind, lassen sich auch größere Aufträge mit den häufig geforderten kurzen Lieferzeiten abwickeln. Denn ein kurzfristiger Personalaufbau ist aufgrund des vorherrschenden Fachkräftemangels kaum möglich.