Sie sind hier: HomeFeldebeneE-Mechanik & Interfaces

Produktplagiate: Produktfälscher mit 'Plagiarius 2019' angeprangert

Am 8. Februar 2019 hat die Aktion Plagiarius e.V. zum 43. Mal dreiste Produktfälscher und deren Vertriebspartner mit dem Negativ-Preis 'Plagiarius' "ausgezeichnet". Unter den gefälschten Produkten finden sich neben Konsumgütern auch zwei Industriekomponenten.

Elektrische Kühlmittelpumpe CWA 200 von MS Motorservice Deutschland im Original und als Fälschung Bildquelle: © Aktion Plagiarius e.V.

Unter den diesjährigen Opfern von Produktfälschungen: die elektrische Kühlmittelpumpe 'CWA 100' der Firma MS Motorservice International aus Neuenstadt.

Bereits seit 1977 vergibt die Aktion Plagiarius e.V. den Schmäh-Preis an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen. Ziel ist, die plumpen und skrupellosen Geschäftspraktiken von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren. Gleichzeitig hebt der Verein die Wichtigkeit und Wirksamkeit von gewerblichen Schutzrechten hervor. Aus den insgesamt 37 Einsendungen vergab die Jury drei Hauptpreise, einen Sonderpreis und sechs gleichrangige Auszeichungen.

Die Auszeichnung mit dem ‘Plagiarius’ soll laut der Aktion nichts darüber aussagen, ob ein nachgemachtes Produkt im juristischen Sinne erlaubt oder rechtswidrig ist. Die Aktion Plagiarius will kein Recht sprechen, jedoch aber auf Unrecht aufmerksam machen. Bevor die jährlich wechselnde Jury die Preisträger auswählt, werden die vermeintlichen Plagiatoren über ihre Nominierung informiert und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme. Neben fallbezogenen Informationen fließen diese Reaktionen, sofern erfolgt, mit in die Bewertung ein. Der Jury geht es nicht darum, legale Wettbewerbsprodukte, die optisch und technisch eigenständig sind, zu brandmarken. Intention ist vielmehr, plumpe 1:1 Nachahmungen, die dem Originalprodukt absichtlich zum Verwechseln ähnlich sehen und die keinerlei kreative oder konstruktive Eigenleistung aufweisen, in den Fokus zu rücken. Erfreulicherweise haben bereits zahlreiche Nachahmer aus Angst vor der Prämierung mit dem ‚Plagiarius‘ eine Einigung mit dem Originalhersteller gesucht und etwa Restbestände der Plagiate vom Markt genommen, Unterlassungserklärungen unterschrieben oder Lieferanten preisgegeben.

Das Museum Plagiarius in Solingen zeigt in seiner Ausstellung über 350 Plagiarius-Preisträger der unterschiedlichsten Branchen - jeweils Original und Plagiat im direkten Vergleich. Außerdem dabei: Typische vom Zoll beschlagnahmte Markenfälschungen.