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Rittal: Drahtkonfektionierung beschleunigt

Das Verdrahten stellt mit rund 50 % den Löwenanteil am Gesamtaufwand bei der Schaltschrankerstellung dar. Rittal präsentiert ein System, das die Drahtkonfektionierung erheblich beschleunigen soll. Tim Kramer - Abteilungsleiter Rittal Automation Systems - beschreibt wie.

Tim Kramer von Rittal Bildquelle: © Rittal

((Neues Bild!)) Tim Kramer: „Wir können die Drahtkonfektionierung im Steuerungs- und Schaltanlagenbau mit dem ‚Wire Terminal WT‘ um das 8-fache beschleunigen!“

Herr Kramer, der Drahtkonfektionier-Vollautomat ‚Wire Terminal WT‘ soll die Verdrahtung wirtschaftlicher machen. Was heißt das?

Tim Kramer: Das Verdrahten des fertig bestückten Schaltschranks ist in vielen Werkstätten des Steuerungs- und Schaltanlagenbaus noch mit viel Handarbeit verbunden. Das ‚Wire Terminal‘ von Rittal erledigt viele der notwendigen Arbeitsschritte vollautomatisch: Ablängen, Abisolieren, Crimpen und Beschriften erfolgen, ohne dass ein Mitarbeiter eingreifen müsste.

Erübrigt sich ein Mitarbeiter-Einsatz komplett?

Tim Kramer: Nein, auch bei automatisierten Maschinen sind zum einen immer noch Bedienaufgaben zu erledigen. So muss etwa Material nachgefüllt werden, beispielsweise Drähte und Aderendhülsen. Zum anderen müssen die fertig konfektionierten Drähte ja im Anschluss an die Komponenten im Schaltschrank angeschlossen werden. Wir arbeiten zwar auch hier schon an automatisierten Lösungen, aktuell wird dieser Arbeitsschritt aber immer noch von Hand erledigt. Allerdings gibt es hier das Zusammenspiel mit dem Software-Tool ‚Eplan Smart Wiring‘, sodass der Werker direkt bei der Verdrahtung geführt und unterstützt wird.

Wie erfolgt die Übergabe der konfektionierten Drähte an die nachgelagerten Prozessschritte?

Tim Kramer: Die fertig konfektionierten Drähte werden in einem gesteuerten Ordnungssystem abgelegt. Dieses besteht aus einem 13-fachen Ablagesystem mit Drahtschienenmagazinen und kann bis zu 1300 Drähte aufnehmen. Damit können die Drähte beispielsweise auftragsbezogen sortiert werden. Mit der Beschriftung, die auch direkt im ‚Wire Terminal‘ erfolgt, lassen sich diese dann einfach an die passende Klemmstelle anschließen.

Für automatisierte Fertigungsabläufe spielt die Datenhaltung eine wichtige Rolle. Wie gewährleisten Sie den nahtlosen Datenfluss?

Tim Kramer: Das ‚Wire Terminal‘ verfügt über alle notwendigen Schnittstellen, denn optimale Effizienz lässt sich nur erreichen, wenn möglichst alle Schritte von der Elektroplanung bis zur Fertigung mit den gleichen Daten arbeiten. Wurde die Elektroplanung in ‚Eplan Electric P8‘ und die Aufbauplanung mit ‚Eplan Pro Panel‘ erstellt, stehen alle Daten – also Klemmstellen, Leitungsquerschnitt und so weiter – zur Verfügung. Die Autorouting-Funktion berechnet dann den Verlegeweg und die Drahtlänge. Die auf diese Weise automatisch erzeugten Daten kann das ‚Wire Terminal‘ direkt verarbeiten. Auch nach der Konfektionierung werden die Daten weiterverwendet: Das Tool ‚Smart Wiring‘ kann sie nutzen und Mitarbeiter beim Anschließen der Leitungen im Schaltschrank unterstützen.