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Steckverbinder: RJ45 versus Mini I/O - Ethernet-Stecker im Vergleich

Fortsetzung des Artikels von Teil 5.

Analyse der Kontaktphysik

Sowohl die RJ45- als auch die Mini-I/O-Kontaktsysteme basieren auf einer Goldbeschichtung. Die Hauptunterschiede der beiden Steckverbindertypen hinsichtlich der Beeinflussung der Verbindungsstabilität finden sich im Layout:

So lassen die Abmessungen und Toleranzen der IEC-60603-Serie beim RJ45 große Bewegungen des Kontaktpunkts (im schlimmsten Fall bis zu 1,08 mm in Steckrichtung) sowie Abweichungen der Normalkraft des Kontakts zu. Kontaktsysteme mit nur einem Federelement und Kontaktpunkt können hingegen äußerst stabil sein. In Kombination mit durch mangelhafte Kontaktpunktstabilität verursachtem Verschleiß fehlt jedoch die Redundanz paralleler Kontaktpunkte, was zu Widerstandsschwankungen führen kann. Dies gilt insbesondere, wenn auf den Test auf Verschleiß durch Steckzyklen ein Test auf Beanspruchung durch Umwelteinflüsse folgt. Die Stanzrichtung des Piercing-Kontakts führt zu einem abgescherten Rand der Kontaktsteckfläche, wobei die Kontaktflächen der RJ45-Stecker einiger Hersteller geglättet sind. Probleme kann auch das Prinzip des Kabelanschlusses mit Piercing-Kontakten machen, da das Werkzeug beim Durchdringen gegen die Kontaktfläche drückt, die dabei verformt oder beschädigt werden kann.

Beim Layout des Mini I/O wird die Toleranzkette des Kontaktpunkts gut überwacht; die Metallgehäuse ermöglichen engere Toleranzen und mehr Steifigkeit. Beim Stecker mit Lötanschlusstechnik verfügen die Kontakte von Stecker und SMD-Buchse über glatte Oberflächen. Das Layout ist insgesamt komplexer als beim RJ45 und erfordert auf der Stecker- sowie auf der Buchsenseite ein elastisches Federmaterial.